Digitalisierung Archive » IFWK http://www.ifwk.net/tag/digitalisierung/ Internationales Forum für Wirtschaftskommunikation Mon, 27 Sep 2021 07:11:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 http://www.ifwk.net/wp-content/uploads/2017/12/fb-logo-150x150.jpg Digitalisierung Archive » IFWK http://www.ifwk.net/tag/digitalisierung/ 32 32 Weihnachtszeit ist Hackerzeit http://www.ifwk.net/weihnachtszeit-ist-hacker-zeit/ Mon, 14 Dec 2020 11:01:44 +0000 http://www.ifwk.net/?p=1151 Kommunikationsexperten Michaela Ernst und Gerald Reischl stellten ihre neuen Bücher vor und diskutierten über Cybercrime, Überwachung im Alltag und Fake-News-Superspreader Vorweihnachtszeit ist Hackerzeit: Der Onlinehandel...

Der Beitrag Weihnachtszeit ist Hackerzeit erschien zuerst auf IFWK.

]]>
Kommunikationsexperten Michaela Ernst und Gerald Reischl stellten ihre neuen Bücher vor und diskutierten über Cybercrime, Überwachung im Alltag und Fake-News-Superspreader

Vorweihnachtszeit ist Hackerzeit: Der Onlinehandel floriert 2020 mehr denn je und Cyberkriminelle haben vor allem mit jenen Menschen ein leichtes Spiel, die heuer erstmals online shoppen: Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (www.ifwk.net) warnte in seiner Jahres-Abschlussveranstaltung vor Leichtgläubigkeit im Netz und lud zwei langjährige Journalisten und Kommunikationsexperten zur Doppelconférence: Die Chefredakteurin von Sheconomy, Michaela Ernst, diskutierte mit dem ehemaligen Technik-Journalisten und Kommunikationschef bei AT&S, Gerald Reischl, im Pressezentrum der Austria Presse Agentur über „Hacker und Heroes in Digitalien“.

Ernst und Reischl, beide langjährige Redakteure bei verschiedensten Medien, haben sich intensiv mit dem Thema „Überwachung“ auseinandergesetzt und in ihren aktuellen Büchern „Error 404“ und „Internet of Crimes“ die Auswirkungen der digitalen Transformation auf unsere Gesellschaft beleuchtet. „Siri und Alexa sind mittlerweile unsere ständigen Begleiter. Dessen muss man sich bewusst sein. Alle unsere Schritte sind leider immer nachvollziehbar“, betonte Michaela Ernst eingangs bei der Diskussion des IFWK. „Und natürlich macht diese ‚Überwachung‘ auch vor dem Arbeitsplatz nicht Halt.“

Arbeiten ist sportlicher geworden

Michaela Ernst, die eine wissenschaftliche Studie auf Basis von rund 170 Einzelinterviews zum Thema „Überwachung am Arbeitsplatz“ erstellt hat, erläuterte, dass durch die Digitalisierung in den Firmen jeder stärker messbar geworden ist: „Durch die Nachvollziehbarkeit jedes Arbeitsschrittes kann die Effizienz jedes Mitarbeiters viel besser gemessen werden als noch vor 10 Jahren. Arbeiten ist somit sportlicher geworden.“ Doch geht es den Unternehmen tatsächlich nur darum, Menschen zu Maschinen zu erziehen? „Nein“, sagte Ernst. „Die Kaffeepause ist nicht totzukriegen. Man hat mittlerweile schon herausgefunden, dass Menschen nur dann wirklich effizient arbeiten können, wenn die Stimmung am Arbeitsplatz stimmt und sie in einer guten und motivierenden Umgebung tätig sind.“

Die Demokratisierung von Falschmeldungen

Beide Diskutanten betrachteten die Entwicklung der Sozialen Medien kritisch. „Spätestens seit Trump wissen wir, wie schnell sich heute Propaganda verbreiten lässt“, sagte Gerald Reischl. „Trump ist der Fake-News-Superspreader und hat mit seinen Tweets die Wahrheit in Frage gestellt. Das Problem daran ist, dass viele Menschen heute Social-Media-Postings nicht hinterfragen. Das ist eine gefährliche Entwicklung. Die Digitalisierung hat zur Demokratisierung der Falschmeldungen geführt. Wir leben in einer Welt, in der oft Klicks mehr zählen als Qualität.“ Dem stimmte auch Ernst zu: „Das Problem ist, dass in den sozialen Medien – besonders auf Twitter – die Distanz zwischen Politikern und Journalisten abhandengekommen ist. Du siehst genau, wer mit wem sympathisiert und Diskussionen werden starkt verkürzt geführt.“

Homeoffice und Vorweihnachtszeit – ein Paradies für Hacker

Corona hat die digitale Transformation extrem beschleunigt und ein wahres Schlaraffenland für Cyberkriminelle geöffnet. Reischl: „Ein Hacker kommt dann rein, wenn Menschen Fehler machen. Das trifft momentan viele Firmen, die in einer Hauruckaktion im Frühjahr auf Homeoffice umstellen mussten. Keiner hat sich damals groß Gedanken um Themen wie ‚Passwortsicherheit‘ und sichere Conferencingtools gemacht. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für Hacker.“

IFWK-Präsident Rudolf J. Melzer betonte die Gefahr von unbedachtem Onlineshopping in der Weihnachtszeit: „Der Lockdown hat viele Menschen gezwungen, ihre Einkäufe online zu tätigen. Besonders jene, die zuvor nur ‚analog‘ eingekauft haben, sind perfekte Opfer für Betrug im Weihnachtsgeschäft.“ Gerald Reischl dazu: „Das stimmt leider. Aktuell ist es ein gängiges Vorgehen der Hacker, sich per E-Mail als Paketzusteller auszugeben: Viele Leute haben schon den Überblick verloren, was sie alles bestellt haben. Der Hacker schickt also einfach ein E-Mail, dass ein Paket nicht zugestellt werden konnte und bittet um die Bekanntgabe persönlicher Daten via Formular. Die E-Mails sind mittlerweile so täuschend echt, dass man besonders vorsichtig sein muss. Lieber einmal zu viel telefonisch beim Paketservice nachfragen.“

Hochkarätige (Online-)Diskussion

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Austria Presse Agentur, Clemes Pig, der selbst sehr IT-affin ist, bestätigte in seiner Grußbotschaft die Bedeutung des Themas und freute sich gemeinsam mit IFWK-Gründer Rudolf J. Melzer über hochkarätige Gäste aus Wirtschaft und Medienbranche, die sowohl online als auch physisch der Diskussion im APA Pressezentrum folgten: Mit dabei waren unter anderem Nora Lawender, CEO bei NTT Ltd. in Österreich, die CFO der Austria Presse Agentur, Doris Pokorny, die Kommunikationsleiterin der Brauunion Gabriela Straka, Henkel CEE Kommunikationschef Michael Sgiarovello, der Österreich-Geschäftsführer der Commerzbank, Martin Butollo, Wirtschafts-Anwalt Wilhelm Milchrahm sowie Wirtschaftstreuhänder Richard Kohlhauser.

Der Beitrag Weihnachtszeit ist Hackerzeit erschien zuerst auf IFWK.

]]>
China ist der Gorilla im Ring http://www.ifwk.net/china-ist-der-gorilla-im-ring/ Sun, 31 May 2020 18:16:21 +0000 http://www.ifwk.net/?p=1092 Erste IFWK-Onlineveranstaltung zu wirtschaftlichen und (kommunikations-)kulturellen Unterschieden zwischen China und Europa Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (IFWK) widmete sich in seiner ersten digitalen „Pressestunde“ dem...

Der Beitrag China ist der Gorilla im Ring erschien zuerst auf IFWK.

]]>
Erste IFWK-Onlineveranstaltung zu wirtschaftlichen und (kommunikations-)kulturellen Unterschieden zwischen China und Europa

Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (IFWK) widmete sich in seiner ersten digitalen „Pressestunde“ dem Reich der Mitte, das mehr denn je seinen Einfluss im Westen ausbaut. Journalisten und Experten aus der Wirtschaft diskutierten über die aktuellen geopolitischen Strategien Chinas und welche Vor- und Nachteile sich für Europa und andere Nationen daraus ergeben. Als Keynote-Speaker konnte IFWK-Gründer Rudolf J. Melzer den langjährigen Asienkorrespondenten der Wirtschaftswoche, Matthias Kamp, begrüßen, der aktuell das Asien-Wirtschaftsressorts der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) aufbaut. Für spannende Einblicke am virtuellen Podium sorgten weiters FACC-Chef Robert Machtlinger, Isabella Mader, Vorstand des Think-Tanks Excellence Institute, sowie der CEO der Great Wall Motor Austria Research & Development GmbH, Markus Schermann.

„Kein Land hat mehr Unicorns, also Startups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar, als China“, erläuterte Matthias Kamp einleitend in seiner Keynote bei der ersten digitalen „Presse-stunde“ des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK). Fakt ist auch, dass Chinas Einfluss auf den Westen, nicht zuletzt durch die Corona-Krise, weiter zunimmt. Kamp: „Amerika versinkt derzeit im Chaos, China erkennt diese Chance und will Lücken nützen, während Europa noch immer keine einheitliche Linie aus der Krise gefunden hat. Denn China ist nach mehr als vier Jahrzehnten Reform- und Öffnungspolitik der Gorilla im Ring – auch technologisch.“

Systemischer Rivale der EU

Europa sei in seinen einzelnen Länderstrukturen zu divers und keine Einheit. Für die Europäische Union sei China derzeit nicht mehr ein Partner, sondern ein systemischer Rivale: „China will seinen geopolitischen Einfluss ausbauen, auch in Europa. Länder wie Serbien oder Ungarn binden sich zunehmend enger an Peking, während sie zu Brüssel auf Distanz gehen. China schleicht nicht auf die Weltbühne, sondern erstürmt sie“, so Kamp weiter. Der Journalist empfiehlt Europa, sich nicht vor China zu verschließen, sondern Synergien zu erkennen zu nützen: „Entscheidend ist es jetzt, den Dialog mit China zu suchen.“

Das bestätigt auch Markus Schermann, CEO der Great Wall Motor Austria Research & Development GmbH, der beide Systeme schon seit Jahren beobachtet: „China tritt geschlossen und mit einheitlicher Strategie auf. Es gibt einen Plan, wie die Wirtschaft in Schwung gebracht wird und dieser wird mit einer anderen Entschlossenheit verfolgt als es im Westen der Fall ist.“ Hier spielen die kulturellen Unterschiede eine große Rolle: „In der chinesischen Kultur wird mehr Einsatz und Fleiß an den Tag gelegt, während bei uns mehr darauf geachtet wird, Krisen mit möglichst viel Komfort für alle Beteiligten zu lösen.“ Das sei nicht unbedingt schlecht, allerdings dauere die Problemlösung hier wesentlich länger als in China.

Von China lernen – Zielstrebigkeit und strategisches Denken

Die Experten sind sich einig, dass es für den Westen an der Zeit ist, chinesische Denk- und Handlungsweisen zu analysieren und nicht per se zu verteufeln. Isabella Mader, Vorstand des Excellence Institutes und Executive Advisor des Global Peter Drucker Forums, sieht die wesentlichen Unterschiede im Führungsverständnis der Kulturen: „Wenn es in China jemand an die Spitze schafft, bleibt er dort lange, in der Politik genauso wie in der Wirtschaft. Der Nachteil daran ist, dass sie schlechte Führungskräfte auch nicht so leicht loswerden, wie das in Demokratien der Fall ist. Der Vorteil ist, dass langfristige Visionen in China besser umgesetzt werden können, da die Akteure über Jahrzehnte die gleichen sind.“

Das habe man auch beim Luftfahrttechnologie-Konzern FACC AG gelernt, der seit 2009 mehrheitlich der staatlichen Aviation Industry Corporation of China (AVIC) gehört. CEO Robert Machtlinger: „Wir sind ein globales Unternehmen und konnten von allen Kulturen, mit denen wir arbeiten etwas lernen. Das besondere an der chinesischen Kultur ist die Langfristigkeit und Zielstrebigkeit. Eine Eigenheit die auch sehr gut zur FACC DNA passt. Wir hatten schon vor 30 Jahren disruptive Ideen. Diesen Ansatz verfolgen wir noch heute. Im Gegensatz zu Europa werden Rückschläge toleriert, solange man daraus lernt. Dieses Verständnis macht es möglich, auch langfristig vorauszuplanen und konsequent Ziele zu verfolgen. Die Langfristigkeit ist ein großer Unterschied zum westlichen Startup-Verständnis.“

List – Tugend und Untugend
„Wir alle kennen Beispiele, dass etwa Markenprodukte, Verbrauchsgüter oder patentierte Maschinen in China billig nachgebaut und dann deutlich unter dem üblichen Preis in Europa illegal verkauft werden. Diese ´Überlistung´ westlicher Marktbegleiter, die schon so manchen Original-Hersteller sehr in Bedrängnis gebracht hat, gilt in China als Tugend, in der westlichen Welt natürlich als Untugend“, warnte der Gründer und Präsident des IFWK, Rudolf J. Melzer, Unternehmen davor, sich zu leichtgläubig auf „Deals“ mit Geschäftsleuten aus China einzulassen. Denn die List gelte förmlich als sportliche Disziplin.

Mit Vorsicht genießen: Droht europäischen Unternehmen der Ausverkauf?

Diesbezüglich analysierte Matthias Kamp weiter: „China ist aber in manchen Bereichen auch selbst viel vorsichtiger geworden. Die Politik tritt zum Beispiel mittlerweile auf die Bremse, was die Investitionen im Ausland betrifft.“ Und trotzdem werde der Einfluss Chinas, vor allem bei High Tech Unternehmen, weiter zunehmen. Die Diskutanten sind sich einig, dass Kooperationen nur dann funktionieren können, wenn der Wissens- und Investitionstransfer in beide Richtungen stattfindet. Kamp: „Trotz vorhandener Unzulänglichkeiten hat China in den vergangenen Jahren seinen Markt für Investoren aus dem Ausland kontinuierlich weiter geöffnet.“ Das bestätigt auch Robert Machtlinger: „Die Sorge, die die Bevölkerung nach dem Einstieg der AVIC bei FACC hatte, dass der Technologietransfer nur in eine Richtung laufen würde, konnten wir ausräumen. Der Schutz der Kundendaten steht bei uns an oberster Stelle.“

Unter der Moderation der China-Expertin der Tageszeitung „Die Presse“, Marlies Eder, fand diese  digitale „IFWK-Pressestunde“ erstmals via Zoom statt. Die Diskutanten waren aus München, Ried im Innkreis, Kottingbrunn und Wien über das Conferencetool zugeschaltet. Unter den zahlreichen Gästen im virtuellen Auditorium waren unter anderem: voestalpine-Vorstand Reinhard Nöbauer, die Finanzchefin der Austria Presseagentur, Doris Pokorny, die PR-Managerin von IKEA Österreich, Barbara Riedl, der Geschäftsführer des Markenartikelverbandes, Günter Thumser, der langjährige Chefredakteur des „trend“ sowie des Wirtschaftsblatts, Peter Muzik, Anwalt Wilhelm Milchrahm, Pörner-Chef Rainer Walter, sowie IFWK-Gründungsmitglied und Consultant Josef Anreiter.

Der Beitrag China ist der Gorilla im Ring erschien zuerst auf IFWK.

]]>