Trendingtopics Archive » IFWK http://www.ifwk.net/tag/trendingtopics/ Internationales Forum für Wirtschaftskommunikation Mon, 17 Jun 2019 12:17:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 https://www.ifwk.net/wp-content/uploads/2017/12/fb-logo-150x150.jpg Trendingtopics Archive » IFWK http://www.ifwk.net/tag/trendingtopics/ 32 32 Darknet: Nur ein Hort des Bösen? https://www.ifwk.net/darknet-nur-ein-hort-des-boesen/ Mon, 17 Jun 2019 08:22:16 +0000 http://www.ifwk.net/?p=869 Für viele ein Mysterium oder der „Hort des Bösen“: das Darknet. Aber: Neben kriminellen Aktivitäten, die auf diesen Seiten stattfinden, bergen die „dunklen Seiten“ des Internets auch Chancen für Unternehmen und für investigative Medien. Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (IFWK) lud Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Militär und Medien zum Diskurs in den Wiener Speakeasy Club.

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Internationales Forum für Wirtschaftskommunikation erörterte Gefahren und Chancen für Unternehmen und Medien

Für viele ein Mysterium oder der „Hort des Bösen“: das Darknet. Aber: Neben kriminellen Aktivitäten, die auf diesen Seiten stattfinden, bergen die „dunklen Seiten“ des Internets auch Chancen für Unternehmen und für investigative Medien. Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (www.ifwk.net) lud Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Militär und Medien zum Diskurs in den Wiener Speakeasy Club.

Was passiert tatsächlich im sogenannten Darknet? Wie bekommt man Zugang zu diesem Bereich des Internets? Und birgt das Darknet nur Gefahren oder können Unternehmen es legal für ihre Zwecke nutzen? Antworten auf diese spannenden Fragen gab es dieser Tage bei der IFWK-Veranstaltung „Business Risks from the Deep- and Darknet – wenn sich Ihr digitaler Footprint gegen Sie wendet“, zu der IFWK-Präsident Rudolf J. Melzer gemeinsam mit Wilhelm Milchrahm, Partner und Anwalt bei mslegal, einlud.

Verräterische Spuren im Netz

Wir alle hinterlassen täglich Spuren im Netz. Unser digitaler Fußabdruck ist für potenzielle Angreifer Quelle für kriminelle Aktivitäten, die häufig aus dem Darknet heraus gesteuert werden. 6 % des gesamten Internet-Inhaltes finden sich in diesem sogenannten Darknet, das wiederum Teil des Deep Web ist. Dieses Deep Web besteht großteils aus themenspezifischen Datenbanken und Webseiten, welche von Suchmaschinen nicht indexiert und daher bei einer Suchanfrage nicht gefunden werden. Nur 4 % der Internetinhalte sind im „Surface Web“ zu finden, also jenem Teil des Netzes, der für uns alle frei zugänglich ist.

Wer ins Darknet gelangen will, kann dies tun, braucht aber spezifisches Wissen, erklärt Cybersecurity-Experte und Geschäftsführer von TriConPlus, Stefan Mausser. Das bekannteste Darknet ist das TOR (The Onion Router) Netzwerk. Die ersten Konzepte wurden 1995 von der DARPA sowie dem US NAVAL Research Center entwickelt. Im Jahr 2006 wurde „The Torproject“ zu einer Non-Profit Organisation und wird seitdem von einer Community aus Entwicklern, Enthusiasten und Freiwilligen betrieben und weiterentwickelt.

TOR zur Freiheit und Anonymität

Wichtigster Zweck des TOR Netzwerkes war und ist keinesfalls, kriminelle Aktivitäten zu fördern, sondern Anonymität für den Benutzer sicher zu stellen, so Experte Mausser.

Zu den Nutzern zählen sowohl ganz normale User, welche Wert auf ihre Privatsphäre legen als auch „Menschen, die in Ländern mit starker Zensur leben und z.B. blockierte Social-Media-Seiten erreichen wollen“, so Mausser. Doch auch Aktivisten und Whistleblower greifen gerne auf das Tor Netzwerk zurück, um ihre Identität zu schützen.

IT-Strategie-Expertin Isabella Mader vom Excellence Institute bestätigt ebenfalls, dass es zahlreiche Darknet-User mit lauteren Absichten gibt: „Mit dem Zulassen einer immer invasiveren Überwachungsökonomie verdrängen wir Menschen zunehmend in das anonyme Web. In Diktaturen sind es die Menschenrechtsaktivisten, in Europa vielfach jene, die mit ihren legalen Interessen nicht geleakt oder getrackt werden wollen.“

Legales Surfen auf dunklen Seiten

Das Darknet stellt unter anderem sichere Sharing-Plattformen und anonymisierte, abhörsichere Messenger-Dienste bereit. Die meisten TOR-Nutzer kommen aus den USA, Russland und Deutschland. Insgesamt nutzen täglich etwa zwei Millionen Menschen TOR und finden dort auch ganz normale Informations- und Marktangebote.

Grundsätzlich benötigt man den „TOR-Browser“ um auf die Hidden Services im TOR-Netzwerk zuzugreifen. Diese haben speziellen Adressen mit der Endung *.onion und können mit einem gewöhnlichen Webbrowser nicht aufgerufen werden. Laut TOR Statistiken existieren derzeit zwischen 90.000 und 100.000 solcher Adressen.

Milchrahm warnt vor „Gefahrengeneigtheit“

„Das schlichte Surfen im Darknet ist in der Regel legal“, stellt Anwalt Milchrahm klar. „Grundsätzlich gilt ohnedies das allgemeine Strafrecht. Es besteht kein Unterschied, ob Suchtmittel auf der Straße oder online gehandelt werden.“ Im Darknet gebe es allerdings eine gewisse „strafrechtliche Gefahrengeneigtheit“ – etwa dann, wenn man mit Kinderpornografie in Berührung kommt und in Fällen, in denen der schlichte „Besitz“ eine mögliche Straftat nach sich ziehen könne. Ein typisches Beispiel sei der Download einer Hacker-Software: Geschieht dies aus Neugierde oder tatsächlich mit Handlungsvorsatz?

Lässt sich aus dem Besuch des Darknets auf Letzteres schließen? Somit begibt man sich in rechtliche Gefahr. Andererseits, so der Rechtsexperte, gebe das Datenschutzrecht und allgemeine Sorgfaltspflichten vor, dass man sich vor Eindringlingen schützen müsse – das erfordere möglicherweise Kontroll- und Rechercheaktivitäten auch im Darknet.  Und gerade Großunternehmen sollten unter Umständen gezielt monitoren, ob etwa ihre Kundendaten im Darknet vorhanden sind. So könne überprüft werden, ob eine unberechtigte Offenlegung von Kundendaten, ein sogenannter data breach, vorliegt, wenn diese im Darknet angeboten werden. „Noch ist hier aber nicht alles rechtlich eindeutig geregelt bzw. ausjudiziert“, weiß Milchrahm. Vieles sei von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls abhängig und daher solle in der Regel juristischer Rat eingeholt werden, empfiehlt der Rechtsexperte.

Von Falschgeld bis zum Auftragskiller

Auch Medien- und Aufdeckerplattformen zählen zu den Profiteuren des Darknets. Sie können auf anonym hochgeladenes Whistleblower-Material zugreifen und unter Wahrung der Anonymität umfassend recherchieren.

Wie ein Live-Einstieg Stefan Maussers ins Darknet eindrücklich zeigte, gibt es aber eben auch die „dunkle“, kriminelle Seite. Von gefälschten Banknoten, Kreditkarten und Pässen bis zu Drogen und Waffen ist praktisch alles – meist gegen Cryptowährungen – erhältlich. Sogar Auftragskiller können mit wenigen Mausklicks gebucht werden, zeigte der Experte live auf. Und natürlich bieten Hacker ihr illegal gesammeltes Datenmaterial zum Verkauf an.

Ransomware wie Erpressungssoftware, Verschlüsselungstrojaner und andere Schadprogramme sind ebenfalls als Komplett-Packages erhältlich, erfuhren die staunenden Zuhörerinnen und Zuhörer.

Herausforderung für Behörden

Isabella Mader sieht darin auch große Herausforderungen für die öffentliche Hand: „Für Behörden, z.B. für die Exekutive, bedeutet Digitalisierung, dass nicht nur die Wirtschaft in den digitalen Raum migriert, sondern eben auch die Kriminalität. Das Schutzinteresse und der Schutzanspruch z.B. für kritische Infrastruktur gelten dort auch. Mit dieser Challenge ist die Exekutive weltweit konfrontiert.  Und sie muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.“ Europol holt im Kampf gegen die Internetkriminalität allerdings auch stark auf, betonten die Expertinnen und Experten am Podium. In den letzten drei Jahren konnte Europol zahlreiche illegale Märkte im Darknet übernehmen und schließen.

Moderiert wurde die äußerst informative Diskussion von Trending Topics–Madlen Stottmayr. Unter den zahlreichen Gästen im Speakeasy Club von Heidi und Lisa Schmerold: Rainer Walter, geschäftsführender Gesellschafter der auf Sicherheits- und Elektrotechnik spezialisierten Pörner GmbH, die bekannten Wirtschaftsjournalisten Engelbert Washietl und Peter Muzik, Gabriele Schallegger von Mondi, Hatto Käfer von der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien, Peter Kraus, Senior Partner bei Hill Woltron, sowie ATOS-Direktor Herwig Schweng.

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FORUM: Ungehorsam statt Compliance https://www.ifwk.net/forum-ungehorsam-statt-compliance/ Wed, 18 Apr 2018 08:39:55 +0000 http://www.ifwk.net/?p=379 Ungehorsam statt Compliance! Wie Innovation in Unternehmen gelingen kann oder die alles entscheidende Frage: Gibt es uns in 10 Jahren noch? Innovation ist in Österreich...

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Ungehorsam statt Compliance!

Wie Innovation in Unternehmen gelingen kann oder die alles entscheidende Frage: Gibt es uns in 10 Jahren noch?

Innovation ist in Österreich seit einiger Zeit „hip“ geworden. Manche Medien überschlagen sich förmlich im Finden toller Start-up- oder Gamechanger-Stories… aber wie innovieren bereits bestehende Unternehmen? – Welches Umfeld muss das Management schaffen, damit Innovation in einem Betrieb nachhaltigen Erfolg bringt? Und was kann die Kommunikation im Innovationsprozess leisten? – Diese Fragen stellte der Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation, Rudolf J. Melzer, einer Experten-Runde aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medien dieser Tage bei Henkel CEE in Wien.

Nach einer Keynote von Gertraud Leimüller, Gründerin von winnovation consulting, diskutierten unter der Leitung von TrendingTopics.at Chefredakteurin Sara Grasel Georg Grassl, General Manager Österreich Laundry & Home Care bei Henkel CEE, Erwin Greiml, Geschäftsführer des IT-Beratungsunternehmens adesso Austria, Verena Krawarik, Leiterin der Stabstelle Innovation der Austria Presseagentur (APA), Reinhard Nöbauer, Vorstand der voestalpine High Performance Metals GmbH, Johannes Riha, Geschäftsführer von GGW Gruber, sowie Univ.-Prof. Wilfried Sihn, Geschäftsführer der Fraunhofer Research GmbH und Rainer Walter, Geschäftsführer von Pörner Anlagenbau.

„Entscheidend für Innovation ist zuerst einmal eine gute Idee und dann die Kunst, diese auch auf den Markt zu bringen“, bringt Wilfried Sihn die Essenz der Thematik auf den Punkt. „Wir können nur mit Innovationen überleben und dazu braucht es gute Leute. Klein- und Mittelbetriebe haben keine Innovationsabteilungen und müssen sich daher unbedingt externe Hilfe holen.“
Aber auch bei großen Konzernen ist ein Umdenken angesagt, um Raum für Innovation zu schaffen, so Reinhard Nöbauer: „Für Digitalisierungs- und Innovationsprozesse braucht es im Unternehmen mehr, aber vor allem anders ausgebildetes Personal. Und man muss die Leute dann auch vor überbordender Bürokratie und zu viel Reglement schützen und damit auch einen gewissen Kontrollverlust akzeptieren.“

Ähnlich provokant beschreibt auch Innovationsexpertin Gertraud Leimüller in ihrer Keynote die Problematik zwischen Innovationsmanagement auf der einen Seite und starren Strukturen in den heimischen Unternehmen: „Die in Österreich übliche Regeltreue ist für Innovation nicht förderlich, das sehen wir an den unzähligen Compliance-Regeln, an die sich die Mitarbeiter halten sollen. Wir müssen in Unternehmen Möglichkeiten des Ungehorsams schaffen. Sonst bleibt das innovative Denken auf der Strecke.“

Verena Krawarik arbeitet mit ihrem Team bereits in vielen verschiedenen Settings, um so Innovationen in der APA zu fördern: „Entscheidend für den Innovationsprozess ist absolute Transparenz und Offenheit. Sich immer wieder zu fragen: Was funktioniert und was nicht? Und auch einmal scheitern zu dürfen und dann wieder motiviert weiter zu machen. Das muss man natürlich auch aushalten können. Da Innovationsprozesse meistens nicht so schnell abgeschlossen werden, ist es ganz wichtig, mit den Mitarbeitern Milestones zu feiern, um die Motivation zu erhalten.“

Hilfe von außen holen!

In einem Punkt sind sich alle Diskutanten einig: Um Innovationsprozesse in Gang zu setzen, hilft es, sich externe Expertise zu holen, denn oft braucht es eine Idee „out of the box“: „Jeder CEO spricht von Innovation, viele im Unternehmen stehen dann aber auf der Bremse“, legt Erwin Greiml die Notwendigkeit externer Hilfe dar. „Der Treiber für Innovation muss von außen kommen und dann sind drei Punkte entscheidend, wie es gelingen kann: man muss den Markt kennen, die Technologie verstehen und beherrschen und vor allem den Kunden verstehen. Erst wenn man in den Köpfen der Anwender denkt, wird die Innovation zum Erfolg.“
Dass diese Hilfe von außen entscheidend ist, haben mittlerweile auch die Großkonzerne erkannt, bestätigt Georg Grassl von Henkel CEE: „Die externe Unterstützung ist mittlerweile unbedingt notwendig: Das kann in Form von Start-ups sein, die man ins Unternehmen holt oder durch externe Berater, die wissen, wie große Unternehmen ticken. Wir arbeiten zum Beispiel mit Forecasting-Start-ups zusammen, was gerade bei schnell drehenden Konsumgütern sehr wichtig ist.“

Eine neue Generation für Innovation?

Bei der anschließenden Diskussion mit dem Publikum stellte Johannes Riha, Geschäftsführer des Mess- und Prüftechnikherstellers GGW Gruber, die Frage ans Podium, wie denn Innovation im Sinne des Change Managements gelingen könne: „Wie bringe ich als junger Geschäftsführer langjährige Teams dazu, sich mit mir gemeinsam weiterzuentwickeln? Durch die ‚Wir machen es so, wie wir es immer gemacht haben‘-Mentalität wird jeder Innovationsgedanke zu Nichte gemacht.“ Darauf Wilfried Sihn: „Innovation hat immer mit Menschen zu tun. Keine Maschine und kein Computer kann das Innovieren übernehmen. Daher ist es wichtig, die innovativ denkenden Menschen im Unternehmen zu fördern, damit diese 20 Prozent der Mitarbeiter die restlichen 80 Prozent mitreißen.“

Auch Harvard-Absolventin Leimüller betont, dass Innovation nicht von selbst passiert: „Innovation ist nichts für Angsthasen. Denn jedes Unternehmen muss sich heute die Frage stellen: Gibt es uns in 10 Jahren noch? Und was muss ich dafür tun? Es braucht Mut, sich externe Hilfe zu holen, die möglicherweise auf den ersten Blick ganz anders tickt als mein Unternehmen.“

Das bestätigt auch Rainer Walter, Geschäftsführer des Sicherheitsspezialisten Pörner Anlagenbau: „Wenn man als CEO als einziger Anzugträger mit den Leuten eines Start-Ups zusammensitzt, kommt man sich schon etwas fehl am Platz vor. Das einem diese Personen dann aber Inputs geben können, auf die man so nie gekommen wäre, ist eine tolle Sache und nur so können großartige Innovationen entstehen. Wir müssen sie nur zulassen.“

An der von Trending-Topics-Chefredakteurin Sara Grasel moderierten Diskussion beteiligten sich weiters die Kommunikationsverantwortliche von NTT DATA Cornelia Spitzer, Hausherr und Leiter der Unternehmenskommunikation von Henkel CEE Michael Sgiarovello, Rechtsanwalt Wilhelm Milchrahm sowie Martina Zöbl von der FH Wien.

Beim anschließenden Networking wurde noch angeregt weiterdiskutiert U.a. mit dabei: Peter Kraus, Senior-Partner beim Beratungsunternehmen Hill-Woltron, Felix Windisch, Energiemanager bei ROMA Friseurbedarf und Esther Lind, Head of Transformation and Special Projects bei voestalpine High Performance Metals GmbH.

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