Wirtschaft Archive » IFWK https://www.ifwk.net/tag/wirtschaft/ Internationales Forum für Wirtschaftskommunikation Tue, 22 Sep 2026 11:37:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 https://www.ifwk.net/wp-content/uploads/2017/12/fb-logo-150x150.jpg Wirtschaft Archive » IFWK https://www.ifwk.net/tag/wirtschaft/ 32 32 IFWK-Talk: Die KI kann vieles – aber keine Verantwortung übernehmen https://www.ifwk.net/ifwk-talk-die-ki-kann-vieles-aber-keine-verantwortung-uebernehmen/ Tue, 22 Sep 2026 11:37:33 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2365 Philosophin Lisz Hirn: Wir müssen den Begriff des Menschseins neu definieren.
APA-Chefin Maria Scholl fordert eine neue Sprache beim Reden über KI.
deepsearch-Chef Roland Fleischhacker: Es ist keine Intelligenz, sondern reine Statistik.

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Philosophin Lisz Hirn: Wir müssen den Begriff des Menschseins neu definieren.
APA-Chefin Maria Scholl fordert eine neue Sprache beim Reden über KI.
deepsearch-Chef Roland Fleischhacker: Es ist keine Intelligenz, sondern reine Statistik.

Wien, 22. Sept. 2026 (IFWK). – Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert nicht nur das konkrete Arbeitsumfeld vieler Menschen, die KI wirft auch elementare philosophische Fragen auf. Vor allem der Aspekt der Verantwortung bei der Anwendung von KI bewog den Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK), Rudolf J. Melzer, die Philosophin und Buchautorin Lisz Hirn zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. Zusätzlich zur Verantwortung müsse auch der Begriff des Menschseins neu ausgelotet und definiert werden, sagte die Philosophin in ihrem Impulsreferat zu „Vom Werkzeug zum Urteil – KI und die Frage nach der Verantwortung“. Denn der oft bemühte Vergleich mit einem Werkzeug – das wertfrei so oder so eingesetzt werden kann – funktioniere nicht mehr. „KI ist kein Werkzeug wie ein Hammer oder ein Kugelschreiber, sie ist eine Stufe höher“.

Die jüngste Diskussion über die Gefahr, dass die neue Technologie im Extremfall die Menschheit auslöschen könnte, sei nichts Neues, sagt Hirn. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es ähnliche Debatten und Sorgen angesichts der Einsatzmöglichkeiten der Atombombe. Und so wie damals gebe es auch heute „keine andere Wahl als damit zu leben“, lautet die Schlussfolgerung der Philosophin. Es gehe nicht um die Abschaffung einer neuen potenziell gefährlichen Technologie, sondern darum, „sie im Griff zu haben“.

Der größte Diebstahl in der Geschichte der Menschheit
Maria Scholl, Vorsitzende der Geschäftsführung und Chefredakteurin der APA-Austria Presse Agentur, verweist auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI im Medienbereich, auch in der APA. Doch dabei dürfe man weder Risken ausblenden noch außer Acht lassen, dass viele KI-Systeme illegal mit Millionen Artikel trainiert worden seien. Auch KI-Experten selbst sprechen daher vom „womöglich größten Diebstahl in der Geschichte der Menschheit“. Oftmals werde das Thema der Verantwortung klein geredet, unterstreicht die APA-Chefin. „Auch Werkzeuge sind nie nur neutral“. Während die Technik ständig mit neuen Verheißungen locke, „lassen uns Ethik und Politik im Stich“, sagt Scholl. Grundsätzlich sei KI aber auch ein großer Turbo für Information und ihre schnelle effiziente Verbreitung, „eine Technologie, die darauf wartet, von uns gefüttert und genutzt zu werden“.

Neue Dimension von Verantwortung
Mit dem Einsatz von KI kämen auch neue Dimensionen von Verantwortung ins Spiel, sagt der KI-Pionier und CEO der deepsearch GmbH, Roland Fleischhacker. Man könne KI schlicht als kognitiven Assistenten nutzen, etwa in Form einer Navigationshilfe im Auto. Oder aber man statte sie mit einem klaren Gesamtziel aus – und die KI werde das zielstrebiger und konsequenter verfolgen als jeder Mensch, sagt Fleischhacker, der mit seiner Firma deepsearch KI-Lösungen für Unternehmen entwickelt. „Das ist eine neue Qualität von Verantwortung.“

Gerechtigkeit ist nicht „ausrechenbar“
Anwendungen der KI würden das Feld für grundsätzliche Fragen öffnen, sagt die Philosophin Hirn. Manchmal führten schwierige Fragen zu Pattsituation, für die Ethik und Politik keine Lösungen hätten. Dann biete die Technologie verführerische Lösungen an – etwa zur Beantwortung der Frage, ob ein selbstfahrendes Auto im Zweifelsfall eher das Leben einer jungen Frau mit Kinderwagen oder das eines alten Mannes retten solle. Doch „Gerechtigkeit ist so nicht ausrechenbar“, sagt Hirn. Der alte Mann könnte sich als verdienstvoller Arzt erweisen, der Kinderwagen könnte leer sein – die Fragen nach dem Menschsein seien nicht so einfach zu beantworten. Das zeige die Vielschichtigkeit des Themas, sagt Hirn. Letztlich gehe es darum, möglichst viele Handlungsoptionen zu erhalten.

Die Konzentration auf wenige große Anbieter bringe auch die massive Konzentration und Verschiebung von Macht mit sich, sind sich die Diskutanten einig. Das gilt auch für die Energieversorgung zum Betrieb von KI, die immer größere Ressourcen verbrauche. Auch das sei ein Aspekt von Verantwortung, meint Fleischhacker. Während das Versprechen darin besteht, dass KI jedermann zu Höchstleistungen befähigen könne, würden in der Praxis fünf bis sechs „Tech Bros“ über die Ergebnisse entscheiden. Etwa durch die Entscheidung, mit welchem Datenmaterial die KI trainiert worden sei. So werde eine KI, die mit dem Gesamtwerk der britischen Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher gefüttert wurde, ganz andere Antworten liefern als eine KI, die nur das gesammelte Wissen des Weltraumhelden Perry Rhodan abgespeichert habe. Der Input der Daten sei das einzige, was das Ergebnis steuere.

Ein Teil der Diskussion beschäftigte sich mit dem Begriff Intelligenz. KI-Experte Fleischhacker führte ins Treffen, KI habe eigentlich nichts mit Intelligenz zu tun, „es ist reine Statistik“. APA-Chefin Maria Scholl plädiert für ein erweitertes Vokabular beim Sprechen über KI. „Wir müssen lernen, unsere Sprache reicher zu machen, wenn wir über KI reden“, sagt die APA-Chefin. Denn oft würden viele Dinge und Aspekte mit diesem einzigen Begriff bezeichnet. Es könnte sich auch um eine geschickte Vermarktungsstrategie handeln, wenn von Intelligenz die Rede sei. Zudem ist es auch eine Frage der Übersetzung – das englische Wort „intelligence“ sei nicht deckungsgleich mit dem deutschen Begriff, sondern bezeichne zudem auch Datensammlungen. Hirn spricht sich dafür aus, im Plural von Intelligenzen zu sprechen. Auch Bewusstsein lasse sich nicht eindeutig definieren.

Rechtsgrundlage zum Teil 200 Jahre alt
Bisher noch nicht eigens geregelt ist der Bereich juristischer Haftungsfragen beim Einsatz von KI. Mangels eigener expliziter Bestimmungen kommen hier noch teils 200 Jahre alte Rechtsgrundsätze zum Tragen. Das funktioniere nach dem Motto „Wer etwas falsch gemacht hat, haftet für den Schaden“, erläutert Julian von Lenthe von der Kanzlei Lugger | Bankler. Das heißt, wer Ersatz für entstanden Schaden möchte, muss beweisen, dass der andere rechtswidrig und schuldhaft gehandelt habe. „Das kann einer sein, es können alle sein oder niemand“.

Auch die KI selbst stehe in vielem noch am Anfang, sagt KI-Experte Fleischhacker. „Was wir heute sehen, ist nur ein Abklatsch von dem, was wir in fünf Jahren sehen werden“. Vor allem die zunehmende Vernetzung von KI-Systemen untereinander werde rasante weitere Fortschritte bringen.

Unterschied Effizienz und Effektivität
Ethische und moralische Fragen aber werden bleiben und an Bedeutung noch zunehmen, erwartet die Philosophin Lisz Hirn. „KI überschreitet unsere Möglichkeiten. Wir müssen wissen, wie wir das in Schach halten können.“ Trotz einer haushohen Überlegenheit der Technologie in Sachen Effizienz sehe es bei der Effektivität ganz anders aus. Und APA-Chefin Maria Scholl ortet auf vielen Seiten noch großen Lernbedarf. Alle würden reden über KI, aber nur wenige hätten wirklich fundierte Einblicke. „Das ist ein bisschen so, wie wenn Astrologen von Sternzeichen reden“.

Rege Diskussion
An der von Sheconomy Co-Founderin Michaela Ernst moderierten Diskussion beteiligten sich nicht nur die Cyberpsychologin Beate Kniescheck und Matthias Compes von Translink Corporate Finance, sondern auch der langjährige Borealis-CEO Thomas Gangl, ÖBV-Direktor Karl Koczurek sowie die Unternehmensberater Klaus Schmid und Robert Bodenstein.

Beim anschließenden Executive Networking mit Buffet und Prickelndem von Peter Szigeti tauschten unter anderem Georg Lemmerer von der Schelhammer Capital Privatbank, Prinzhorn-CIO Manfred Ofner, Verbund-E4B-Kommunikationsleiterin Martha Salaquarda, Marte Fjelland von RHI Magnesita, Gerhard Wolf, KPMG, Michael Sponring, PwC, sowie Stefan Siegl und Roman Kutter von IMAVIDA ihre Erfahrungen im Umgang mit „KI und Verantwortung“ aus.

Die nächste Veranstaltung des IFWK widmet sich dem Thema „Explodierende AI- & IT-Kosten“ und wird am 30.11. 2026 stattfinden. Interessenten melden sich bei: office@ifwk.net

Weitere Informationen unter www.ifwk.net

 Rückfragehinweis:
IFWK Stubenbastei 12, 1010 Wien
office@ifwk.net, Tel.: 069913225460

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Rezept für Auslandskarrieren: Flexibilität, Humor und Mut zur Lücke https://www.ifwk.net/rezept-fuer-auslandskarrieren-flexibilitaet-humor-und-mut-zur-luecke/ Thu, 07 May 2026 14:27:08 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2324 Das IFWK untersuchte die Erfolgsfaktoren für internationale Karrieren. Der eigene Auslandsaufenthalt
ist dafür nicht unbedingt Voraussetzung, Fingerspitzengefühl aber sehr wohl.

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Das IFWK untersuchte die Erfolgsfaktoren für internationale Karrieren. Der eigene Auslandsaufenthalt
ist dafür nicht unbedingt Voraussetzung, Fingerspitzengefühl aber sehr wohl.

Wien, 6. Mai 2026, IFWK. – Internationale Karrieren haben große Bedeutung in einem stark auf den Außenhandel fokussierten Land wie Österreich, gerade auch in Zeiten massiver geopolitischer Veränderungen. Ob man dafür ins Ausland geht oder aus Österreich Verantwortung für Organisationen in anderen Ländern übernimmt: Viele Anforderungen sind allen grenzüberschreitenden Berufskarrieren gemeinsam. In jedem Fall mitzubringen sind Neugier und Flexibilität, lautet eine Erkenntnis aus einem Expertengespräch zum Thema „Internationale Karrieren und Einfluss“, zu dem der Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK), Rudolf J. Melzer, kürzlich in Wien einlud. Auch der Humor darf dabei nicht zu kurz kommen.

Offenheit und Neugier sind wesentliche Voraussetzungen für eine internationale Laufbahn. Darüber hinaus brauche es aber auch noch Konfliktfähigkeit – und die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen, sagt Roman Oberauer. Er ist Executive Partner Manager bei Huawei Austria und war davor als Österreich-Geschäftsführer des japanischen Konzerns NTT Ltd tätig. Aus seiner Sicht unentbehrlich sei „auch Mut zur Lücke, denn man weiß nicht immer alles“.

Eine weitere wichtige Eigenschaft ist für die Henkel-Managerin Marlene Hoelsken die Fähigkeit, auch unter Beschäftigten an mehreren Standorten ein Gefühl der Zugehörigkeit zu erzeugen. „Das muss man als Teamleiter sehr aktiv betreiben, etwa durch coffee chats oder persönliche Gespräche“, die etwa mit Videoschaltungen auch über große Distanzen hinweg geführt werden könnten. Hoelsken ist Head of R&D EU Country Amplification & PSRA bei Henkel Consumer Brands.

Anita Gradwohl von der auf Luxusinterieur spezialisierten und weltweit tätigen Firma F/List unterstreicht die große Bedeutung von Flexibilität für internationale Führungspositionen. Das gilt nicht nur für die Person selbst, auch das private Umfeld müsse mitspielen. „Familienfeiern richten sich nach Dienstreisen“, sagt Gradwohl. Sie betreut seit 20 Jahren Kunden in aller Welt, vor allem in Nord- und Südamerika, Asien und dem Nahen Osten. Das Portfolio der F/List Group umfasst luxuriöse Innenausstattungslösungen für Geschäfts- und Privatjets, die kommerzielle Luftfahrt sowie exklusive Wohnresidenzen.

Nicht zu vergessen sei die Rolle des Humors, ergänzt Christoph Strnadl, der technische Leiter (CTO) der europäischen Dateninfrastruktur-Initiative Gaia-X, der davor für einen großen deutschen Software-Konzern tätig war. Das umfasse im besten Fall eine gewisse Fehlertoleranz – auch sich selbst gegenüber, sagt Strnadl, „also die Bereitschaft über sich selbst zu lachen“. Humor könne ein Mittel sein, Spannungen abzubauen und einen gemeinsamen Teamgeist herzustellen. Dazu brauche es aber auch viel Feingefühl, denn nicht alle Kulturen hätten denselben Humor.

Gute Kontakte als Sprungbrett

Eine internationale Tätigkeit allein ist freilich noch kein Garant für eine internationale Karriere. Um sie zum Sprungbrett für die weitere Laufbahn werden zu lassen, seien vor allem gute Kontakte nötig, also ein gut gepflegtes berufliches Netzwerk, unterstreicht Julia Högendörfer. Sie blickt auf neun Jahre Marketing für IBM und Mercer in Dubai zurück. Heute verantwortet sie die Bereiche Digitale Transformation und E-Commerce bei Sport 2000. Eine besondere Herausforderung sei das Aufrechterhalten solcher Kontakte über Ländergrenzen hinweg, ergänzt Henkel-Managerin Hoelsken. Die Beteiligung an internationalen Projekten sei eine Methode, um im Konzern sichtbar zu bleiben.

Welche Rolle kommt Österreich bei internationalen Karrieren zu – als Herkunftsland oder auch als Zielland für ausländische Führungskräfte, will Moderator Michael Köttritsch von der Karriere-Redaktion der „Presse“ wissen. Die Teilnehmer am Talk empfinden die Herkunft aus Österreich mehrheitlich als Vorteil, das Land werde international als strukturiert und organisiert wahrgenommen. Als kleineres Land sei man zudem nicht so exponiert wie etwa Frankreich oder Deutschland.

Die Rolle als Zielland wird differenziert gesehen. Außerhalb der Großstadt Wien könne es schon schwierig werden, geeignetes internationales Top-Personal zu finden. Mitunter auch in Wien selbst, auch wenn die Hauptstadt in internationalen Rankings regelmäßig zu einer der lebenswertesten Städte weltweit gekürt wird.

Achtung vor Wertekolonialismus

Für eine erfolgreiche internationale Karriere sei letztlich eine Vielzahl unternehmerischer wie auch menschlicher Fähigkeiten erforderlich, ist man sich am Podium einig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in anderen Ländern müssten das Gefühl haben, dass sie wahrgenommen und wertgeschätzt würden. Nicht zuletzt erfordere der Umgang mit unterschiedlichen Kulturen viel Fingerspitzengefühl, damit es nicht zu einem „Wertekolonialismus“ komme.

Zu weiteren Aspekten rund um Träume und Realitäten internationaler Karrieren diskutierten in der Henkel-CEE-Zentrale in Wien des Weiteren: Martha Salaquarda von VERBUND Energy 4 Business, die Wirtschaftsanwältin Stefanie Lugger, Sheconomy Co-Founderin Michaela Ernst, IMAVIDA-Geschäftsführer Stefan Siegl, Henkel-CEE-Kommunikationschef Michael Sgiarovello sowie Unternehmensberater Robert Bodenstein und der Geschäftsführer des Sightseeing-Busunternehmens Big Bus, Reinhard Grubhofer.

Rückfragehinweis:
Rudolf J. Melzer, +43 69913225460,
r.melzer@melzer-pr.com

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„Persönliche Kontakte besser als LinkedIn“ https://www.ifwk.net/persoenliche-kontakte-besser-als-linkedin/ Thu, 16 Apr 2026 12:04:47 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2295 Unabhängige Dialog- und Netzwerkplattform IFWK erweiterte Mitgliederkreis

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Unabhängige Dialog- und Netzwerkplattform IFWK erweiterte Mitgliederkreis

Wien, 7. April 2026, IFWK. – Mit der international tätigen Wirtschaftsanwältin, Stefanie Lugger, dem Huawei Executive Partner Manager, Roman Oberauer, sowie dem Experten für Kreislaufwirtschaft, Roman Kutter, erweiterte dieser Tage das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (www.ifwk.net ) seinen Mitgliederkreis. „Die persönlichen Kontakte hier im IFWK sind besser als LinkedIn“, sind sich die drei Neo-Mitglieder einig und bestätigen damit den Gründungsgedanken von Rudolf J. Melzer für diese politisch unabhängige Dialog- und Netzwerkplattform. Dieser betont: „Bereits vor dem Social-Media- und KI-Hype war mir klar, dass qualitätvoller persönlicher Austausch zwischen Menschen nicht durch Online-Chats und Infos aus dem Netz komplett ersetzt werden kann.“  

Anwältin Stefanie Lugger ergänzt einen weiteren Gründungsgedanken: „Mir ist wichtig, aus der eigenen Bubble heraustreten und für ein paar Stunden in andere Bereiche eintauchen zu können. Diese Möglichkeit geben mir die vielfältigen Themen-Abende.“

„Unternehmen versuchen natürlich immer, möglichst gut zu wirtschaften. Sie vergessen nur leider allzu oft auf die Kommunikation darüber“, verweist Huawei Executive Partner Manager Roman Oberauer darauf, dass das IFWK eine optimale Plattform dafür bietet, die mediale Sichtbarkeit von Personen, Firmen und Organisationen zu erhöhen.

Roman Kutter, Experte für Kreislaufwirtschaft beim Recycling-Broker IMAVIDA betont die Bedeutung des Netzwerks: „Neben dem wertvollen Austausch ist es eine gute Möglichkeit, um das Thema Nachhaltigkeit, speziell im Bereich rund um Verpackungen und den neuen gesetzlichen Vorgaben greifbar zu machen und in der Wirtschaft, aber auch bei den Medien zu schärfen“.

Über IFWK

Mit innovativen Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Top-Speakern wie Ex-Cameron-Berater Michael Hayman, Wolfgang Hetzer vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF), Infineon-CEO Monika Kircher, Albert Lidauer, Senior Vice President bei Magna (davor Vorstand General Motors Australia/Asia und Vorstand Ford of Europe), Gertrude Tumpel-Gugerell, Europäische Zentralbank, BIG- sowie Erste Group Aufsichtsrätin Christine Catasta, Agenda-Austria-Leiter Franz Schellhorn, Fraunhofer-Chef Wilfried Sihn, Prof. Gabriel Felbermayr, sowohl als Präsident des IfW Kiel und als WIFO-Chef, den Chef der Wiener und Prager Börse, Christoph Boschan, oder der Auto-Legende Charles Morgan, setzte das IFWK seit seiner Gründung im Jahr 2009 zahlreiche Impulse im öffentlichen Diskurs. Themen wie die kriminellen Seiten der Wirtschaft, Korruption, Datensicherheit/Cybercrime, Kryptowährungen, Brexit, DSGVO, ESG, NIS2, Fake-News, ChatGPT und andere KI-Anwendungen im Medienbereich oder die „Mobilität der Zukunft“ nahm das Forum schon frühzeitig auf seine Agenda.

Seit 2009 kamen mehr als 190 Wissenschaftler, Manager, aber auch Sportler und Rechtsanwälte zu Wort. Von wirtschaftsjournalistischer Seite traten unter anderem im IFWK auf: Susanne Glass (ARD), Ex-RTL-Chef Hans Mahr, Barbara Steininger (trend), Sandra Baierl (Kurier), Eva Pfisterer, Astrid Petermann und Barbara Battisti vom ORF, Josef Urschitz, Madlen Stottmeyer, Michael Köttritsch (Die Presse), Renate Graber und Nana Siebert vom „Standard“, Hans-Peter Siebenhaar (Handelsblatt, Focus Money) oder Ex-BBC-Redakteur Michael Cole.

Gegründet wurde das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (IFWK) im Herbst 2009 von Rudolf J. Melzer gemeinsam mit Meinungsbildnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien (https://www.ifwk.net/ueber-uns/gruendungsmitglieder/). Die erste öffentliche Veranstaltung fand im Februar 2010 in der Oesterreichischen Nationalbank zum Thema „Kriminelle Seiten der Wirtschaft“ statt. Das Forum versteht sich als politisch unabhängige Wissens- und Dialogplattform für Opinionleader aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien. Zu den Zielen gehört es unter anderem, neue Denkansätze und Hintergrundinformationen zu wirtschaftsrelevanten Themen zu erörtern und kommunizieren.

Weitere Informationen unter www.ifwk.net

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IFWK Report 2025: Jetzt verfügbar! https://www.ifwk.net/ifwk-report-2025-jetzt-verfuegbar/ Wed, 14 Jan 2026 12:33:28 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2270 Das vergangene IFWK-Jahr war geprägt durch inspirierende Veranstaltungen, spannende Diskussionen und herzliche Begegnungen. Mit großer Freude präsentieren wir Ihnen den IFWK-Jahresrückblick 2025, den Sie hier herunterladen...

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Das vergangene IFWK-Jahr war geprägt durch inspirierende Veranstaltungen, spannende Diskussionen und herzliche Begegnungen.

Mit großer Freude präsentieren wir Ihnen den IFWK-Jahresrückblick 2025, den Sie hier herunterladen können: IFWK Jahresrückblick 2025

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Der Hut brennt in Österreichs Wirtschaft https://www.ifwk.net/der-hut-brennt-in-oesterreichs-wirtschaft/ Mon, 24 Nov 2025 09:08:51 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2256 Fehlt die strategische Abstimmung zwischen Finanz- und IT-Bereich, stocken Digitalisierung, Innovation und Investitionen und das Land fällt weiter zurück Wien, 24. Nov. 2025. – Ein...

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Fehlt die strategische Abstimmung zwischen Finanz- und IT-Bereich, stocken Digitalisierung, Innovation und Investitionen und das Land fällt weiter zurück

Wien, 24. Nov. 2025. – Ein Thema, das Österreichs Innovationskraft und viele Unternehmen hemmt und im internationalen Vergleich zurückfallen lässt, ist in Wahrheit ein Kommunikationsproblem: Nämlich die Schwierigkeiten im Verständnis zwischen den Finanz- und IT-Verantwortlichen. Dieser seit Jahrzehnten bekannten Problematik nahm sich das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation an. IFWK-Gründer Rudolf J. Melzer lud sowohl CFOs sowie Finanzexperten als auch CIOs und IT-Experten zum Dialog, denn „Der Hut brennt in Österreichs Wirtschaft.“

v.l. Peter Lieber, Roman Oberauer, Isabella Mader, Nora Lawender, Thomas Zapf, Rudolf J. Melzer®vogus
v.l. Peter Lieber, Roman Oberauer, Isabella Mader, Nora Lawender, Thomas Zapf, Rudolf J. Melzer ®vogus; Abdruck honorarfrei

Die Vorständin von Excellence Research, Isabella Mader, zitierte in ihrer Funktion als IFWK-Vizepräsidentin eine globale Gartner-Studie, wonach 70 Prozent der CIOs und CFOs mit ihrer beruflichen Beziehung unzufrieden sind; und das bereits seit über 45 Jahren. Frei nach Conchita stellte sie die Frage in den Raum: „Was dauert da eigentlich so lange?“

ÖGV-Präsident und Softwareunternehmer Peter Lieber schnitt das Grundproblem scharf an: „Ich tue mir schwer mit dem Begriff IT, weil IT für mich bedeutet, dass die Leute Softwareinnovation eigentlich per Definition verhindern müssen“, sagte er. Die IT müsse „beschützen, bewahren und verhindern, dass Bedrohungen hereinkommen“, während neue Software „per se ein Risiko“ sei. Innovation und Sicherheit stünden damit systemisch im Konflikt. Lieber forderte dafür bewusst getrennte Teams: jene für stabile, geschützte Infrastruktur und jene für Innovation.

Für eine bessere Verständigung brauche es eine klare gemeinsame Basis: „Wir müssen wissen, wofür wir überhaupt investieren“, betonte Lieber. Dazu gehöre ein sauberes Unternehmensarchitektur-Management, das in vielen Industriebetrieben noch völlig fehle. Nur wenn Business, IT und Finanz ein gemeinsames Verständnis ihrer Wertschöpfung hätten, könne man Entscheidungen jenseits persönlicher Vorlieben treffen.

Verbund Digital Power Geschäftsführer Thomas Zapf ergänzte, dass IT-Abteilungen traditionell zu sehr von Herstellern getrieben seien. „Wir haben, um das Business-Verständnis zu stärken eine Abteilung Business-Engagement eingeführt, damit wir wirklich erkennen, was einen Mehrwert bringt.“ Für ihn ist Kommunikation dabei direkt an Empathie gebunden. „Wir in der Technik müssen lernen, besser zuzuhören und die Anforderungen des Geschäfts zu erkennen und nicht nur technisch umzusetzen.“

T-Systems CFO Nora Lawender hob die Perspektive der Finanz hervor: Kurzfristige Kostenzwänge führten oft dazu, aus reinem Budgetdruck mit großen, internationalen Cloudanbietern zu gehen, selbst wenn langfristig europäische Alternativen sinnvoller wären. „Am Ende weiß niemand, wie die Kostenentwicklung sein wird – Zölle, geopolitische Risiken, selektiv eingestellte Services internationaler Hyperscaler usw.“ Da brauche es vor allem Transparenz zwischen IT und Finanz und ein gemeinsames Verständnis, was kurzfristig nötig und langfristig sinnvoll sei.

Hypes und Trends: Zwischen Effizienz und Innovation
Der Automatisierungs- und Transformations-Experte Roman Oberauer brachte dazu eine klare Struktur ins Spiel: Hypes und Trends sind seiner Meinung nach zu trennen. „Ein Hype ist etwas Taktisches, auf das ich reagiere. Ein Trend ist strategisch.“ KI sei für ihn „nach wie vor in der Hype-Phase“, während Industrie-4.0-Versprechen wie Automatisierung und Datenprodukte langfristig belastbare Trends seien. Unternehmen müssten sich bei Investitionen an den Trends orientieren und die Risiken so strukturieren, dass sie für die Finanzabteilung bewertbar werden. „Ich kann als CIO nicht garantieren, dass ein Dreijahresplan aufgeht, aber ich kann sagen, ob wir in den ersten drei Monaten auf dem richtigen Weg sind.“ Isabella Mader pflichtet dem bei und betonte: „Das moderne Paradigma von IT-Strategie etabliert Informationstechnologie nicht nur als reinen Kostenfaktor, sondern als strategische Investition.“

Nora Lawender bestätigte diese Notwendigkeit von Agilität und Flexibilität. „Wir müssen schnell reagieren, Geschäftsmodelle anpassen und in kleinen Schritten automatisieren.“ Gerade bei überlasteten Teams sei es wichtiger denn je, „die kleinen Dinge zu ändern, die im Alltag wirklich etwas bringen“.

Über Projektrisiken und „Melonenprojekte“
Thomas Zapf erläuterte, wie wichtig ein ehrlicher Umgang mit Projektrisiken ist. „Wir nennen das Melonenprojekte: von außen grün, innen rot.“ Diese Kultur, Fehler nicht sichtbar machen zu wollen, sei einer der größten Saboteure erfolgreicher Digitalisierungsinitiativen. Transparenz und Nachbetrachtungen gehörten daher zwingend zu jedem Projekt als fachliche und als vertrauensbildende Maßnahme.

Peter Lieber brachte es so auf den Punkt: Organisationen müssten zuerst klären, was ihre wirkliche Wertschöpfung ist. „Viele bleiben in der Vergangenheitsblase und machen Dinge weiter, weil sie sie immer schon so gemacht haben.“ Sobald klar sei, welche Fähigkeiten strategisch relevant seien, ließen sich Nachhaltigkeit, KI oder Automatisierung sinnvoll einordnen.

Ebenso wichtig – darin waren sich die Diskutanten einig – ist ein strukturiertes Risikomanagement von Unternehmen. Kleinere Pilotierungen reduzieren das Investitionsrisiko, schaffen Transparenz und ermöglichen frühzeitige Kurskorrekturen. Erfolgreiche Projekte verfügen außerdem über klare Nachbetrachtungen, in denen Ergebnisse, Abweichungen und Lernerfahrungen systematisch dokumentiert werden, um Vertrauen zwischen den Bereichen zu stärken und künftige Projekte fundierter aufzusetzen. Schließlich gelingt Transformation am besten durch die Kombination aus starken internen Teams, die das Geschäft und die Prozesse kennen, und externen Spezialisten, die Methoden, Struktur und Erfahrung aus vergleichbaren Projekten einbringen.

„Bei größeren Digitalisierungsprojekten sind CFOs als wesentlicher Bestandteil der Projektsteuerung immer stark vertreten und in vielen Fällen sogar die Projekt-Sponsoren“, weiß auch Robert Resch, Business Development Manager SCC EDV-Beratung, aus der Praxis zu berichten. Als Beispiel nennt er die SAP S/4HANA-Einführung bei der APA – Austria Presseagentur, bei der CFO Doris Pokorny eine wesentliche Schlüsselrolle gespielt hat. Er klärt auch, warum es sinnvoll ist, bei singulären Projekten externe Expertise dazu zu holen: „Sie machen eine SAP S/4HANA-Umstellung einmal, wir machen sie 15-mal pro Jahr.“

Rege Diskussion
An der Diskussion rund um steigenden Innovationsbedarf bei gleichzeitig sinkenden Budgets beteiligten sich weiters der selbstständige Finanzmarktexperte Peter Brezinschek,  Gabriele Schallegger, Senior Vice President Finance bei Wienerberger, der Head of Transformation and Process Optimization (TPO) bei der PORR AG, Reinhold Pfeifer, SCC-Vorstand Dietmar Teissl, MediNexis-Geschäftsführer Markus Gstöttner, die Geschäftsführerin des Controller Instituts, Rita Niedermayr, Marte Fjelland von RHI Magnesita sowie die CFO von Wolf Theiss, Nadja Huber. Bei Sekt von Peter Szigeti diskutierten des Weiteren: SHEconomy-Herausgeberin Michael Ernst, die Anwältin Stefanie Lugger, Stefanie Koch, Kleine Zeitung Wien, Gabriela Maria Straka von respACT, die Unternehmensberater Robert Bodenstein und Erik W. Eder, Anwalt Wilhelm Milchrahm sowie Karl Koczurek, Direktor bei der Österreichischen Beamtenversicherung.

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Finanzwissen ist keine Geheimwissenschaft https://www.ifwk.net/finanzwissen-ist-keine-geheimwissenschaft/ Wed, 17 Sep 2025 08:05:06 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2198 Wie Medien die Menschen fit für die Wirtschaftswelt machen können – und welche Rolle dabei TikTok und Instagram spielenWien, 17. Sept. 2025. – Einerseits gibt...

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Wie Medien die Menschen fit für die Wirtschaftswelt machen können – und welche Rolle dabei TikTok und Instagram spielen

Wien, 17. Sept. 2025. – Einerseits gibt es weniger Wirtschaftstitel in der Medienlandschaft, Wirtschaftsredaktionen werden „ausgedünnt“ und Wirtschaftssendungen an den „Tagesrand“ geschoben, andererseits ermöglichen Online-Medien wie z.B. Instagram, Youtube oder TikTok völlig neue Zugänge, ökonomische Zusammenhänge zu erklären: Wie steht es also tatsächlich um die Wirtschafts- und Finanzbildung in der Bevölkerung? Um diese Frage zu beantworten, lud der Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK), Rudolf J. Melzer, zu einer Podiumsdiskussion mit Erste Bank CEO Gerda Holzinger-Burgstaller, Medienberater Hans Mahr, Börsechef Christoph Boschan, ORF-Chefredakteur Johannes Bruckenberger, FACC-Pressesprecher Jakob Reichsöllner-Frischling sowie dem Präsidenten des Finanzmarketingverbandes, Erich Mayer, in das Pressezentrum der APA – Austria Presseagentur.

v.l. Rudolf J. Melzer, Jakob Reichsöllner-Frischling, Maria Scholl, Hans Mahr, Gerda Holzinger-Burgstaller, Christoph Boschan, Hans-Peter Siebenhaar, Erich Mayer, Johannes Bruckenberger (Credit: Melzer PR/Kührer; Abdruck honorarfrei)

Ob die gestiegenen Preise für Lebensmittel, die Sicherung der Pensionen oder eine Deckelung von Mieten – wirtschaftliche Themen dominieren zunehmend auch die politische Debatte. Damit steigt die Bedeutung um das Verständnis finanzieller und wirtschaftlicher Zusammenhänge. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Medien zu. Das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (www.ifwk.net) nahm sich Anfang der Woche dieses Themas an und erörterte, wie es den Medien gelingen kann, die Lücke zwischen informierten Experten und Laien zu schließen.

Bereits heute beschäftigten sich rund ein Viertel der täglich von der Austria Presse Agentur (APA) ausgesendeten Meldungen mit Wirtschaft, Börse und Finanzen, sagte APA-Chefredakteurin Maria Scholl. Und die Bedeutung von Nachrichten über wirtschaftliche und finanzielle Zusammenhänge werde weiter steigen, ist der Medienmanager und langjährige RTL-Chefredakteur Hans Mahr überzeugt. „Es gibt keine Politik ohne Wirtschaft“, stellte Mahr fest und verweist auf die jüngsten ORF-Sommergespräche mit heimischen Spitzenpolitikern. Wirtschaft sei oftmals eine Querschnittsmaterie, die in die unterschiedlichsten Bereiche hineinspiele.

Ein Problem sei die Tatsache, dass sich Meldungen über Wirtschaft und Finanz oftmals lediglich an einen kleinen Kreis von „Eingeweihten“ richte und somit viele Menschen ausschließe, sagte APA-Chefredakteurin Scholl. Abhilfe schaffen könnten etwa Wirtschaftsnachrichten in einfacher Sprache, mehr Hintergrundberichte oder auch spannende niederschwellige Sendungsformate wie „2 Minuten 2 Millionen“ oder „Höhle der Löwen“, wo Jungunternehmer versuchen, potenzielle Geldgeber von ihren innovativen Geschäftsideen zu überzeugen.

Mahr meinte weiter, die Wirtschaftsberichterstattung habe sich in den vergangenen fünf Jahren massiv verändert. „Der Nachrichtensender ntv bringt heute mehr wirtschaftliche Themen als Politik“. Zugleich sei es immens wichtig, die jüngere Zielgruppe der bis 30-Jährigen mit neuen sozialen Medienkanälen wie TikTok, Twitch oder Instagram abzuholen.

Leichterer Zugang durch Digitalisierung
Das Interesse an solchen Inhalten sei durchaus vorhanden. ORF-Chefredakteur Johannes Bruckenberger verwies darauf, dass Sendungen wie das TV-Wirtschaftsmagazin „Eco“ am Donnerstagabend beachtliche Einschaltquoten erreichen würden.

Keine Berührungsängste mit modernen Medien wie TikTok habe die Wiener Börse, unterstrich Börse-Chef Christoph Boschan. „Wir tun das und haben eine große Freude damit“ – trotz der 250 Jahre alten Geschichte des Hauses.

Erste-Bank-Chefin Gerda Holzinger-Burgstaller sieht große Fortschritte in der Digitalisierung, die leichten Zugang zu Information und Beteiligung am Finanzgeschehen ermögliche. Es gäbe aber noch deutlichen Handlungsbedarf, um Bildungslücken zu schließen. In repräsentativen Umfragen erklärten die Befragten, sich generell nicht oder nur wenig für finanzielle Themen zu interessieren. Das trifft im noch größeren Ausmaß auf Frauen als auf Männer zu. Und jeder zweite Jugendliche fühlt sich nach eigenen Angaben „nicht gut vorbereitet“ für wichtige eigene finanzielle Entscheidungen.

Wie ertragreich eine Veranlagung am Kapitalmarkt sein kann, veranschaulichte Holzinger-Burgstaller, die auch als „Spartenvertreterin Bank und Versicherung“ in der WKO tätig ist, anhand einer Studie: Demnach hätte eine Veranlagung von 1000 Euro am Sparbuch über 18 Jahre rund 300 Euro Ertrag gebracht. Bei einem Investment in Aktien hätte sich das Anfangskapital auf das Fünf- bis Siebenfache erhöht. „Wir müssen die Leute abholen weg von der Ideologie zurück zu Zahlen, Daten und Fakten.“

Auch die österreichische Industrie nutzt moderne Medien, um Informationen zu teilen und Wirtschaftswissen weiterzugeben. So hat das Luftfahrtunternehmen FACC mit seinen Headquarters in Oberösterreich eine eigene Smartphone-App („FACC Space App“) entwickelt. Damit können alle Mitarbeiter auf Knopfdruck auf aktuelle Zahlen und Entwicklungen im Unternehmen zugreifen, sagte FACC-Sprecher Jakob Reichsöllner-Frischling.

Nicht auf Schule beschränken
Finanz- und Wirtschaftsbildung dürfe sich nicht nur auf die Schule beschränken, betonte Erich Mayer, Präsident des Finanz-Marketing-Verbands Österreich (FMVÖ). Das im internationalen Vergleich geringe Wissen und Interesse erkläre sich auch aus einer grundsätzlichen Skepsis im Land, wonach Engagement in Aktien fälschlicherweise oft als spekulativ dargestellt worden sei.

Börse-Chef Boschan ergänzt, dass es auf lange Sicht keine ertragreichere Veranlagungsform als Aktien gebe. „Wenn man langfristig an das Wachstum der Wirtschaft glaubt, dann führt an Investitionen in Aktien kein Weg vorbei.“

Risikokapital fehlt
Um das Finanzwissen der Menschen sei es in Österreich gar nicht so schlecht bestellt. Was in Österreich aber gegenüber Ländern wie den USA oder Skandinavien fehle, sei das Risikokapital und die Bereitschaft, Geld in vielversprechende Projekte zu investieren. „Junge Unternehmer schauen zum Teil als erstes auf staatliche Förderungen, dabei braucht es Aktienkapital zur Innovations- und Unternehmensfinanzierung“, so Börse-CEO Christoph Boschan.

Lebhafte Diskussion
Unter der Moderation von Hans-Peter Siebenhaar, Mitglied der Chefredaktion von Focus Money, München, diskutierten im Anschluss unter anderem der Finanzmarktanalyst Peter Brezinschek, APA-CFO und IFWK-Vizepräsidentin Doris Pokorny, Martha Salaquarda von VERBUND Energie4Business,der General Manager von Bossard Aerospace, Kai von Buddenbrock, Marlene Hanschitz-Halikias von Grant Thornton, der Anwalt Wilhelm Milchrahm, Karl Koczurek von der Österreichischen Beamtenversicherung ÖBV, respACT-Vorständin Gabriela- Maria Straka, die Corporate Communications Spezialistinnen Susanna Janovsky und Waltraud Kaserer sowie der Leadership-Trainer und Transformations-Experte Roman Oberauer.

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15 Jahre IFWK – Happy Birthday! https://www.ifwk.net/15-jahr-ifwk-happy-birthday/ Tue, 18 Mar 2025 08:31:21 +0000 https://www.ifwk.net/?p=2079 Themen wie Korruption, Datensicherheit/Cybercrime, Kryptowährungen, Brexit, DSGVO, ESG, NIS2, Fake-News, ChatGPT und andere KI-Anwendungen im Medienbereich oder „Mobilität der Zukunft“ nahm das Forum schon früh auf seine Agenda.

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Mit innovativen Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Top-Speakern wie Ex-Cameron-Berater Michael Hayman, Wolfgang Hetzer vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF), Infineon-CEO Monika Kircher, Gertrude Tumpel-Gugerell, Europäische Zentralbank, BIG- sowie Erste Group Aufsichtsrätin Christine Catasta, Fraunhofer-Chef Wilfried Sihn, Prof. Gabriel Felbermayr, sowohl als Präsident des IfW Kiel und als WIFO-Chef, oder der britischen Auto-Legende Charles Morgan, setzte das IFWK seit seiner Gründung im Jahr 2009 zahlreiche Impulse im öffentlichen Diskurs.

© Niki Texler

Themen wie Korruption, Datensicherheit/Cybercrime, Kryptowährungen, Brexit, DSGVO, ESG, NIS2, Fake-News, ChatGPT und andere KI-Anwendungen im Medienbereich oder „Mobilität der Zukunft“ nahm das Forum schon früh auf seine Agenda.

Seit 2009 kamen mehr als 180 Wissenschaftler, Manager, aber auch Sportler und Rechtsanwälte zu Wort. Von wirtschaftsjournalistischer Seite traten unter anderem im IFWK auf: Susanne Glass (ARD), Barbara Steininger (trend), Sandra Baierl (Kurier), Eva Pfisterer, Astrid Petermann und Barbara Battisti (ORF), Josef Urschitz, Madlen Stottmeyer, Michael Köttritsch (Die Presse), Renate Graber, Nana Siebert und Günther Strobl (Der Standard), Hans-Peter Siebenhaar (Handelsblatt, Focus Money), Katharina Schell (APA) oder Ex-BBC-Reporter Michael Cole.

Gegründet wurde das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation (IFWK) im Herbst 2009 von Rudolf J. Melzer gemeinsam mit Meinungsbildnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien. Die erste öffentliche Veranstaltung fand im Februar 2010 in der Österreichischen Nationalbank zum Thema „Kriminelle Seiten der Wirtschaft“ statt. Das Forum versteht sich als politisch unabhängige Wissens- und Dialogplattform für Opinionleader aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien.

Zu den Zielen gehört es unter anderem, neue Denkansätze und Hintergrundinformationen zu wirtschaftsrelevanten Themen in verschiedenen Formaten wie Podiumsdiskussionen, Fish-Bowls, aber auch in regelmäßigen Jour-Fixen zu erörtern und kommunizieren.

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Energietransformation braucht bessere Kommunikation https://www.ifwk.net/energietransformation-braucht-bessere-kommunikation/ Thu, 13 Mar 2025 08:33:21 +0000 https://www.ifwk.net/?p=1986 Politik und Beamtenschaft verstehen technische Zusammenhänge oft nicht; Europa muss in der Energieversorgung rasch autark werden

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Politik und Beamtenschaft verstehen technische Zusammenhänge oft nicht
Europa muss in der Energieversorgung rasch autark werden

Dass zur Umsetzung von Elektromobilität und der Einbindung alternativer Stromhersteller wie Photovoltaik- oder Windparks europaweit enorme Investitionen in Infrastruktur und Speichermöglichkeiten notwendig sind, ist der technischen Fachwelt schon seit vielen Jahren klar. Bei den dafür notwendigen politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen hapert es aber nach wie vor: Wie in einer Enquete, zu der der Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK), Rudolf J. Melzer, anlässlich des 15-jährigen Bestandsjubiläums dieser unabhängigen Wissens- und Dialogplattform einlud, klargestellt wurde, fehlt es in den gesetzgebenden Körperschaften zum Teil an Fachexpertise, die Kommunikation zwischen Politik und Wirtschaft muss intensiviert und verbessert werden!

Der Investitionsbedarf in die Energie-Infrastruktur wird für Österreich aktuell auf rund 160 Milliarden, in Deutschland auf rund 1,6 Billionen Euro geschätzt. Soweit so klar. Was wie und wann finanziert und umgesetzt wird, steht allerdings nach wie vor auf wackeligen Beinen. Aber: „Sobald die Politik das Thema ernsthaft unterstützt, geht auch etwas weiter“, berichtet Siegfried Nagl, ehemaliger Energie-Sonderbeauftragter der WKO, über seine Erfahrungen bei der Erstellung des „Masterplans Energie für Österreich“. Dafür müssten die entsprechenden Körperschaften ausreichend Fachpersonal haben und der Dialog gefördert werden. Seiner Einschätzung nach dürfte der Geothermie vor allem in den Städten künftig ein höherer Stellenwert zukommen. Damit die Industrie die notwendigen langfristigen Investitionen tätigen könne, sei zum Beispiel die Berechenbarkeit von Förderungen notwendig, appellierte er an die neue Bundesregierung.

Dass es gar nicht immer um Förderungen, sondern vor allem um klare und verlässliche Regelungen geht, verortete auch Michael Sponring, Leiter des Bereiches Power & Utilities bei PwC Österreich: „Die Energiewende wird gelingen. Was es dafür braucht, sind vernünftige Rahmenbedingungen, die möglichst technologieoffen formuliert werden müssen. Förderungen mit der Gießkanne in einem rundum sorglosen Paket zu verteilen ist hier nicht zielführend und wird den Wirtschaftsstandort nicht stärken. Eines der wichtigsten Instrumente für eine erfolgreiche Energiewende sind günstige Finanzierungsmöglichkeiten, die das Mammut-Investitionsprogramm erst möglich machen.“

Bezüglich der Umsetzung der Energiewende in der Industrie müsse man auf´s Tempo drücken, meinte der Geschäftsführer der VERBUND Energy4Business GmbH, Martin Wagner: „Starten statt Warten! Die Zeit für Taten ist jetzt! Das Regierungsprogramm bietet vielversprechende Ansätze für eine zukunftssichere und leistbare Energieversorgung. Es ist entscheidend, dass wir die geplanten energiepolitischen Gesetzesvorhaben, wie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und das längst überfällige Elektrizitätswirtschaftsgesetz, schnell umsetzen. Diese Schritte sind unerlässlich, um die Dekarbonisierung und Elektrifizierung, insbesondere in der energieintensiven Industrie, rasch und planungssicher voranzutreiben.“

Industrie kann bis zu 20 Prozent Energiekosten sparen – Energie ein Asset
Die Planungssicherheit für Unternehmen ist für Gabriela Maria Straka, Chefredakteurin bei MANZ, Vorstandsmitglied bei respACT, Österreichischer Wirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung, und Österreichs Innovatorin der UN Weltklimakonferenz, ebenfalls ein großes Anliegen; die Rechts- und Planungssicherheit für alle Unternehmen gilt für sie als Leitmaxime für die Omnibus-Regulierung, und die erforderliche Kommunikation: „Wir brauchen eine authentisch ehrliche und klare Kommunikation, um alle Menschen in Österreich mitzunehmen!“

Mit ihrem Unternehmen nista.io hilft CEO Anna Pölzl Industriebtrieben, bis zu 20 Prozent ihrer Energiekosten einzusparen. Sie sieht durch Investitionen in die Energietransformation keinen Wohlstandsverlust: „Sie müssen sich überlegen, was es unseren nachfolgenden Generationen bzw. die Volkswirtschaft kosten würde, wenn wir die notwendigen Investitionen heute nicht tätigen. Energiekosten spielten früher eher eine untergeordnete Rolle, heute muss in einem Unternehmen Energie wie ein Asset gemanagt werden!“

Energie des Sommers für den Winter – Wende im Mindset
Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen in und um Europa, stimmte der Gründer des IFWK und Kommunikationsexperte, Rudolf J. Melzer, mit den Expertinnen und Experten am Panel überein, dass es sehr wichtig sei, Europa in Sachen Energieversorgung so autark wie möglich zu machen. Bei Wasserkraft sei Österreich mit seinen Speicherkraftwerken seit jeher gut aufgestellt. Biogas beziehungsweise Biomethan, aber auch Wasserstoff wären geeignet, um die Energie des Sommers für den Winter zu speichern. Dafür müsste aber in größeren Dimensionen gedacht, die Konkurrenzfähigkeit dieser Energiequellen gestärkt und die Kommunikation zwischen Industrie, Wirtschaft bzw. Landwirtschaft, Energieversorgern und Politik aktiviert werden: „Die Energiewende ist nicht nur bei Strom und Gas notwendig, sondern auch im Mindset.“ (Melzer)

Beim Networking im PwC-Tower mit Sekt von Peter Szigeti diskutierten des Weiteren: APA CFO Doris Pokorny, Patrizia Valentini, Head of Mobilize bei Renault Österreich, deepsearch-Gründer Roland Fleischhacker, Walter Böhme vom Österreichischen Verband für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), Sigmar Mielacher von Hamburger Containerboard, Marte Fjelland (RHI Magnesita), PwC-Partner Dieter Harreiter, Markus Schermann (BRP-Rotax), der neue Geschäftsführer von SAP Österreich, Andreas J. Wagner, Klaus Schmid (Amberon Consulting), Stefan Zierlinger (BE Technology GmbH), Stefanie Koch (Kleine Zeitung), Robert Haider (VIG) „Co-Pilotin“ Beatrix Czipetits, sowie die Anwälte Wilhelm Milchrahm und Martin Stadlmann.

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Bessere Finanzbildung einziges Mittel gegen KI-generierte Fake Facts https://www.ifwk.net/bessere-finanzbildung-einziges-mittel-gegen-ki-generierte-fake-facts/ Thu, 07 Nov 2024 10:01:29 +0000 https://www.ifwk.net/?p=1957 Erste Bank sowie BIG-Aufsichtsrätin Christine Catasta im 1. Podcast-Salon der Kleinen Zeitung

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Erste Bank sowie BIG-Aufsichtsrätin Christine Catasta im 1. Podcast-Salon der Kleinen Zeitung

Bessere Finanzbildung für Jung und Alt zu fördern, als Appell an eine neue Bundesregierung, sowie mehr Frauen in Führungspositionen, wünschte sich Christine Catasta, Aufsichtsrätin bei Erste Group sowie BIG, im Rahmen des 1. „Podcast-Salons“, zu dem Thomas Spann, Geschäftsführer der Kleinen Zeitung, sowie Rudolf J. Melzer, Gründer und Präsident des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK) einluden.

„Von einer neuen Bundesregierung, wie immer sie aussieht, wünsche ich mir, Ideen nicht nur aufzuzeigen, sondern sie auch zu realisieren. Und da fällt mir gerade beim demographischen Wandel einiges ein“, betonte Christine Catasta in dem von Thomas Cik, Mitglied der Chefredaktion der Kleinen Zeitung moderierten Live-Podcast.

Ein wichtiges Thema sei ihr auch, Frauen besser in die Wirtschaft zu integrieren: „Länder, in denen mehr Frauen in Führungspositionen sind, haben ein stärkeres BIP-Wachstum.“ – Um das auch in Österreich zu realisieren, müsste man nicht nur mehr Ganztagsschulen anbieten, sondern auch steuerliche Anreize wie z.B. die Absetzbarkeit von Ausgaben für Kinderbetreuung schaffen.

Fluch und Segen KI
Bildung, im speziellen bessere Finanzbildung, ist Catasta, die viele Jahre ihres beruflichen Schaffens im Bereich der Wirtschaftsprüfung verbrachte, ebenfalls ein großes Anliegen: Gerade bei Banken, im Bereich der Wirtschaftsprüfung sowie generell für Aufsichtsgremien berge die viel gepriesene „Künstliche Intelligenz“ viele neue Gefahren wie z.B. gefakte Emails oder Informationen. Aber sie helfe auch sehr, um rasch Unregelmäßigkeiten wie z.B. ungewöhnliche Transaktionen zu erkennen: „Natürlich hilft KI, um das Vertrauen in das Bankwesen zu stärken.“ – Bessere Finanzbildung sei aber die einzige Möglichkeit für jeden einzelnen, zu erkennen, ob ein Angebot oder eine Transaktion realistisch ist oder nicht.

Der Aufzeichnung des Live-Podcasts in den Redaktionsräumlichkeiten der Kleinen Zeitung in Wien lauschten unter anderem: Doris Pokorny, CFO der APA – Austria Presse Agentur sowie Geschäftsführerin der Gentics Software GmbH, Patrizia-Ilda Valentini, Renault Österreich, Susanna Janovsky, DORDA, Waltraud Kaserer, Heubach Group, sowie Johannes Kreschl, STIHL, der Anwalt Michael Borsky und Robert Bodenstein von der InfoManagement Unternehmensberatung.

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Wirtschaftsjournalisten – eine aussterbende Spezies? https://www.ifwk.net/wirtschaftsjournalisten-eine-aussterbende-spezies/ Wed, 11 Sep 2024 09:19:13 +0000 https://www.ifwk.net/?p=1917 IFWK präsentierte erste Auszüge aus ÖAW-Journalismus-Studie, wonach sich Wirtschafts-berichterstattung weg von Faktenorientierung hin zu „interpretativem Journalismus“ wandelt

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IFWK präsentierte erste Auszüge aus ÖAW-Journalismus-Studie, wonach sich Wirtschafts-berichterstattung weg von Faktenorientierung hin zu „interpretativem Journalismus“ wandelt

Wien, 11. Sept. 2024 (IFWK). – Zwar wollen die meisten Leute ihr Erspartes möglichst gewinnbringend anlegen, für wirtschaftliche Zusammenhänge, wie sie von Wirtschaftsjournalisten tagtäglich aufbereitet werden, interessieren sich aber eher weniger Menschen. Wirtschaftswissen sei Mangelware, quer durch alle Alters- und Berufsgruppen, von der Schuldirektorin bis zum Bundeskanzler. So eine der Schlussfolgerungen der Enquete „Wie mächtig ist der Wirtschaftsjournalismus?“ des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK), in deren Rahmen erste Auszüge der Studie „Worlds of Journalism“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für Österreich, Deutschland und die Schweiz präsentiert wurden.

Laut der soeben fertiggestellten weltweiten Studie „Worlds of Journalism“ prägt in Österreich ein verändertes Verständnis der Bevölkerung die Arbeit der Wirtschaftsjournalistinnen und
-journalisten: „Das Publikum geht weg von der reinen Faktenorientierung und so zeigt sich auch ein Wandel im Wirtschaftsjournalismus vom objektiven Faktenjournalismus hin zu einem interpretativen, aber auf Transparenz bedachten Journalismus“, hob Prof. Josef Seethaler, Abteilungsleiter des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), einen zentralen Aspekt hervor. Außerdem nehme die Bekämpfung von Desinformation auch in den Wirtschaftsressorts mittlerweile eine große Rolle ein. Nachgelassen hätten hingegen interventionistische Ansichten, welche aktiv Einfluss auf Öffentlichkeit und Politik ausüben möchten.

Das Thema „Macht von Journalisten“ aus dem Blickwinkel einer Top-Managerin beleuchtete Silvia Kaupa-Götzl, langjährige Vorständin der Österreichischen Postbus AG, davor Prokuristin bei den ÖBB: „Ich habe bei den ÖBB gelernt, dass wichtige Entscheidungen gemeinsam mit der Kommunikations- und PR-Abteilung transparent und nachvollziehbar aufbereitet werden müssen“, bestätigt sie das in der Studie erwähnte verstärkte Verlangen der Bevölkerung nach Transparenz im Journalismus. Schlimm finde sie allerdings, wenn Geheiminformationen aus Sitzungen plötzlich in Medien auftauchen oder Verhandlungspartner wie z.B. ein Betriebsrat mit einem „Gang zu den Medien“ drohten.

Naturgemäß sehen das die Vertreterinnen und Vertreter der Medien etwas anders: „Meine Aufgabe als Journalistin ist es, hinter die Kulissen zu schauen und Dinge rauszukriegen“, betonte die Doyenne des österreichischen Wirtschaftsjournalismus, Hedi Schneid.

Warum wurde der Kanzler nie zur Verantwortung gezogen?
Ihre Kollegin aus der Wirtschaftsredaktion der „Presse“, Madlen Stottmeyer, konstatierte, dass sie sowie ihre Kolleginnen und Kollegen des kritischen Finanz- und Wirtschaftsjournalismus einer „aussterbenden Berufsgruppe“ angehörten. Anhand von Beispielen wie Wirecard, Signa oder dem „STRABAG/Deripaska-Deal“ skizzierte die vielfach ausgezeichnete Redakteurin, was Journalismus leisten kann, beziehungsweise könnte: In Sachen Signa verwies sie darauf, dass Olaf Scholz damals Chef der BaFin war und zuvor Hamburger Bürgermeister, als der Elbtower-Deal unterzeichnet wurde: „Da stellt sich die Frage, warum er nie zur Verantwortung gezogen wurde und immer noch Bundeskanzler ist?“

Macht und Ohnmacht der Journalisten
Genau auf dieses Wechselspiel zwischen Macht und Ohnmacht eines Journalisten bzw. einer Journalistin, ging Hans-Peter Siebenhaar ein: Als langjähriger Redakteur des Handelsblattes, Konzernsprecher der OMV und nun in der Chefredaktion von Focus Money tätig, sagte er: „Die Eigenwahrnehmung ist laut der vorliegenden Studie, dass sie gar nicht so viel Macht haben. Aber natürlich haben sie Macht und die ist umso größer, je börsennotierter ein Unternehmen ist.“ – Schließlich werde der Aktienkurs als Gradmesser eines Unternehmens durch Nachrichten positiv oder negativ beeinflusst und stehe somit auch laufend im Fokus der Unternehmens-kommunikation. „Umso kleiner so ein börsennotiertes Unternehmen von seiner Markt-kapitalisierung her ist, umso anfälliger ist es natürlich auch gegenüber der Berichterstattung und der Analyse, die von den Medien kommt.“

Warum keine Börsenberichterstattung in ZiB2?
Zur Situation in Österreich meinte er, dass es traurig sei, dass das Wirtschaftsblatt eingestellt wurde: „Eine Volkswirtschaft im Herzen Europas verdient eine eigene Wirtschaftszeitung liberaler Art, die nah an den Unternehmen ist. Ich bedauere auch, dass der ORF als einer der ganz wenigen öffentlichen Rundfunkanstalten keine Börsenberichterstattung am Abend, also z.B. in der ansonsten journalistisch gut gemachten ZiB2 hat. Ökonomisch autarker Journalismus wäre gut für die Öffentlichkeit, das dient auch zur Ökonomisierung von Denken und Handeln.“

Auf die im Vergleich zu den Redaktionen viel stärker besetzten Kommunikationsabteilungen der Unternehmen ging Waltraud Kaserer ein. Sie arbeitete nicht nur im Bankenbereich und direkt an der Börse, sondern auch als Journalistin beim „Standard“, der „WELT am SONNTAG“ und baute die Seite von „manger-magazin.de“ sowie „ftd.de“ auf, sondern war auch als Kommunikationschefin in der Politik sowie bei börsennotierten Unternehmen wie der Lenzing AG tätig. „Für das Ungleichgewicht zwischen großen Kommunikationsabteilungen und Redaktionen, das Wirtschaftsjournalisten beklagen, sind die vielen Social-Media-Kanäle verantwortlich. Die Unternehmen stehen dort einem riesigen Bereich an unregulierten Absendern gegenüber, der rund um die Uhr ohne Gatekeeper, wie es die Journalisten in klassischen Medien sind, posten. Und wenn ein Shitstorm erst losgetreten ist, ist es wahnsinnig schwierig, ihn wieder einzufangen.“ Die klassischen Medien haben zu vielen Zielgruppen ihren Zugang und ihre Deutungshoheit verloren, die Macht der Wirtschaftsjournalisten ist zwar nach wie vor groß, aber nur mehr in einem Teil der Medienkonsumenten.

It´s the economy, stupid!
Auf ein Paradoxon wies Prof. Josef Herget, Direktor des Excellence Instituts, in der Diskussion hin: „Mantra-artig wird nach jeder Wahl, etwa gerade auch nach den deutschen Wahlen in Sachsen und Thüringen, Bill Clinton zitiert „It´s the economy, stupid!“, dennoch kommt der Verknüpfung von Politik und ihren ökonomischen Konsequenzen für das Alltagsleben in der Berichterstattung  kaum eine relevante Bedeutung zu. Madlen Stottmeyer stützte dieses Argument, indem sie darauf hinwies, dass etwa Politiker-Interviews hauptsächlich von Innenpolitik-Redakteuren durchgeführt werden und die ökonomischen Aspekte schlicht unter den Tisch fallen würden.

Finanz-Bildung ein zentrales Thema
Einen zentralen Raum der Enquete im Wiener Raiffeisenhaus, zu der IFWK-Gründer Rudolf J. Melzer Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien einlud, nahm die in weiten Teilen der Bevölkerung fehlende Finanzbildung ein: „16-jährige Lehrlinge haben oft keine Ahnung, wie sich die auf ihrem Gehaltszettel ausgewiesenen Sozialversicherungsbeiträge zusammensetzen, von Themen wie Zinsen oder Zinsdeckel gar nicht zu reden“, gab Karl Koczurek, Landesdirektor der Österreichischen Beamtenversicherung (ÖBV) zu bedenken. An der von sheconomy-Herausgeberin Michaela Ernst geleiteten Diskussion nahmen unter anderem Teil: Die Finanz-Chefin der APA – Austria Presseagentur sowie Geschäftsführerin der Gentics Software GmbH, Doris Pokorny, Susanna Janovsky, Head of Corporate Communications bei DORDA, Klaus Schmid, Geschäftsführer von Amberon Consulting sowie des Bundesverbandes Elektromobilität (BVe), der Anwalt Michael Borsky und der CFO von Hamburger Containerboard, Sigmar Mielacher.

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