blockchain Archive » IFWK https://www.ifwk.net/tag/blockchain/ Internationales Forum für Wirtschaftskommunikation Mon, 27 Sep 2021 07:10:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 http://www.ifwk.net/wp-content/uploads/2017/12/fb-logo-150x150.jpg blockchain Archive » IFWK https://www.ifwk.net/tag/blockchain/ 32 32 E-Euro notwendig, um Zuckerberg und China einzubremsen? http://www.ifwk.net/e-euro-notwendig-um-zuckerberg-und-china-einzubremsen/ Wed, 17 Mar 2021 10:18:01 +0000 http://www.ifwk.net/?p=1172 Durch den rasanten Aufstieg von Kryptowährungen und die Bestrebungen von Facebook & Co, eine eigene Währung zu etablieren, wird der Ruf nach dem digitalen Euro immer lauter

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Durch den rasanten Aufstieg von Kryptowährungen und die Bestrebungen von Facebook & Co, eine eigene Währung zu etablieren, wird der Ruf nach dem digitalen Euro immer lauter

Bisher waren die Grenzen in der Finanzwelt klar abgesteckt: Auf der einen Seite standen die unberechenbaren digitalen Kryptowährungen wie Bitcoin usw. und auf der anderen Seite die traditionellen Währungen und Anlageformen der Banken. Nun aber befinde man sich an einer Weichenstellung, weil Bitcoin erwachsen wird und sich die Zentralbanken mit der digitalen Konkurrenz auseinandersetzen müssen. So lautete eine der Schlussfolgerungen eines Expertenpanels, das dieser Tage auf Einladung des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK) über „Unser Bargeld zwischen EZB und Blockchain“ diskutierte; mit einer Live-Übertragung aus dem Pressezentrum der Austria Presse Agentur.


Unter dem Titel „Euro goes Crypto“ diskutierten Experten aus Medien, Wirtschaft und Wissenschaft die aktuellen Entwicklungen am Kryptowährungsmarkt und die Bestrebungen der Europäischen Zentralbank (EZB), eine europaweite digitale Währung auf den Markt zu bringen. Nikolaus Jilch, Experte für Kryptowährungen beim Thinktank Agenda Austria: „Nicht zuletzt durch den gewaltigen Digitalisierungsschub, den Corona ausgelöst hat, hat es eine Preisexplosion der Bitcoin gegeben. Die Währung steckt jetzt mitten in der Pubertät und braucht Hilfe beim Erwachsenwerden. Banken müssen jetzt umdenken, auf den Zug aufspringen und Krypto-Produkte anbieten.“ Christoph Strnadl, Global Vice President Innovation & Architecture bei der Software AG ergänzt: „Warum sollte man auch noch klassische Transaktionen über eine Bank machen, wo normale Auslandsüberweisungen bis zu 10 Tage dauern und mich sieben Prozent Spesen kosten? Die Leistung von Bitcoin ist es, ohne Wartezeit Geldgeschäfte abzuwickeln und das auf eine nachvollziehbare Art und Weise.“ Für die EZB sei es nun entscheidend, den digitalen Euro voranzutreiben, um am internationalen Markt mithalten zu können. In den USA und auch in Asien sei man hier schon viel weiter.

Banken sind besorgt
Madlen Stottmeyer, Wirtschaftsredakteurin bei der Tageszeitung „Die Presse“ hält viele finanzpolitische Fragen noch für ungeklärt. Banken würden sich sorgen, dass die Bürger in Zukunft womöglich ein direktes Konto bei der EZB hätten. Wenn die Kunden der Geschäftsbanken Geld von ihren Bankkonten auf die neuen EZB-Konten überweisen, sinken die Guthaben der Geschäftsbanken auf ihren eigenen EZB-Konten. „Eine Finanzierungslücke entsteht.“ Wolle die EZB dies verhindern, müsse sie den Banken das fehlende Geld leihen. „Die EZB erhält mehr Macht.“

Anonymität und Datensicherheit gewährleistet?
Viele Privatanleger und Firmen haben die Befürchtung, dass bei digitalen Währungen die Daten- und IT-Sicherheit auf der Strecke bleibt. Christoph Strnadl winkt ab: „Technisch ist alles lösbar und die Implementierung wäre heute schon möglich, ohne die großen Softwarehäuser zu überfordern. Und auch die völlige Anonymität lässt sich zu 100 Prozent umsetzen.“ Dem pflichtet auch Nikolaus Jilch bei: „Der E-Euro hat idealerweise alle Funktionen von Bargeld bis hin zu totaler Anonymität.“ Laut den Experten sei der große Vorteil einer guten digitalen Währung eben diese Anonymität. Madlen Stottmeyer: „Immer, wenn ich mich klassisch ausweisen muss, weiß mein Gegenüber automatisch mehr als nötig, zum Beispiel mein Geburtsdatum, Ausstellungsort des Personalausweises usw. Beim E-Euro heißt Anonymität ja nicht, dass der andere gar nichts von mir weiß, er bekommt aber nur die notwendigen Informationen: Beispielsweise, ob ich über 18 Jahre alt bin und ob es sich um Schwarzgeld handelt oder nicht.“

E-Euro: Gute Idee aber für wen?
Die Experten waren sich bei der Diskussion, die von „derbrutkasten.com“-Chefredakteurin Sara
Grasel moderiert wurde, aber schnell einig, dass eine entscheidende Frage, die sich die EZB vor
Einführung des E-Euros stellen müsse, sei, wer ihn überhaupt nutzen darf. Bei einer digitalen
Währung ist es unmöglich eine Grenze zu anderen Staaten zu ziehen. Wie kann man kontrollieren,
wer sie nutzen darf? – Nur Menschen, die in Europa wohnen? Was ist dann mit den Briten zum
Beispiel oder Personen, die schon einmal hier gelebt haben. Nikolaus Jilch: „Das wird deshalb
spannend, weil digital alles blitzschnell geht. Gerade Länder, deren Währung sehr instabil ist, lechzen nach dem E-Euro. Nigeria ist nicht umsonst das größte Bitcoin-Land der Welt, weil deren Zentralbank eben nur Müll liefert.“ Gelöst könne das nur über einen örtlich begrenzten E-Euro werden oder über eine Lotterie, wie sie in Asien gemacht wird. Es brauche jedenfalls kreative Ideen seitens der EZB. Fakt ist, dass wir in einer Welt leben, in der immer mehr Zahlungen online getätigt und abgewickelt werden. Ganze Wertschöpfungsketten werden digitalisiert. Künftig werden wohl auch Autos und andere Maschinen Transaktionen ganz automatisch durchführen. Und hier werden Giganten wie Facebook oder Amazon eine große Rolle spielen. „Genau da liegt die wahre Notwendigkeit des EEuros“, betont Christoph Strnadl. „Die EZB muss die digitale Währung schnellstmöglich auf den Markt bringen, ansonsten werden wir früher oder später mit Kryptowährungen von Facebook oder Amazon bezahlen müssen. Und das ist keine gute Entwicklung: Diese Konzerne haben jetzt schon eine enorme Markmacht. Mit einer eigenen Währung würde man dann nur mehr bei ihnen einkaufen können.“

Nachhaltigkeit und Strombedarf
Digitale Währungen hätten aber auch die Chance, weltweit etwas Gutes zu tun, so die Diskutanten abschließend. Die EZB hätte jetzt die Chance, Nachhaltigkeitslücken zu besetzen und sich zu
überlegen, beispielsweise CO2- Zertifikate als Währung einzusetzen. Zum Thema Nachhaltigkeit gab der Gründer des IFWK, Rudolf J. Melzer, aber zu bedenken, dass sich allein seit 2017 der Strombedarf zum Schürfen von Bitcoin mehr als verzehnfacht hat: Er stieg von 6,6 Terawattstunden (2017) auf 67 Terawattstunden, das sind 67 Milliarden KWh bzw. der Jahresstrombedarfes eines Landes wie Norwegen. Um diesen Strom umweltfreundlich, zum Beispiel mit Windenergie herstellen zu können, müssten 67 Millionen Windräder (á 1 Megawatt) aufgestellt werden. In Österreich stehen aktuell 1.307 Windräder.

Unter den Zuhörerinnen und Zuhörern des Livestreams waren unter anderem die CFO der Austria Presseagentur, Doris Pokorny, die schweizerische Kryptoexpertin Yvonne Stucki, Hamburger Containerboard-Geschäftsführer Sigmar Mielacher, Martin Butollo, CEO Commerzbank Austria, Jürgen Horak, Advisor to the Board evoila Group, PwC-Partner Dieter Harreither sowie die IFWK-Vorstandsmitglieder Susanna Janovsky, Engelbert Washietl und Klaus Schmid.

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FORUM: Löst Blockchain die Vertrauenskrise? http://www.ifwk.net/ifwk-forum-loest-blockchain-die-vertrauenskrise/ Thu, 19 Oct 2017 09:16:50 +0000 http://www.ifwk.net/?p=44 Viele Akteure wollen mitspielen, doch wer profitiert tatsächlich von der neuen Technologie? Blockchain, Bitcoin, Ether, Mining, Full Node: Begriffe, die derzeit scheinbar in aller Munde...

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Viele Akteure wollen mitspielen, doch wer profitiert tatsächlich von der neuen Technologie?

Blockchain, Bitcoin, Ether, Mining, Full Node: Begriffe, die derzeit scheinbar in aller Munde sind. Doch wer profitiert vom Hype rund um Kryptowährungen und wann platzt die Blase? Oder steht uns tatsächlich eine Revolution des Finanzmarktes ins Haus? Das diskutierte dieser Tage ein Expertenpanel des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK) in Kooperation mit der Österreichischen Marketinggesellschaft im neuen Startup-Hub weXelerate in Wien.

Gleich zu Beginn der von Nikolaus Jilch („Die Presse“) moderierten Diskussion räumte Isabella Mader, CEO des Excellence Institutes mit einem ersten Mythos rund um das Thema Bitcoin auf: „Wer glaubt, dass uns Kryptowährungen endlich die Demokratisierung des Geldes bringen, liegt falsch. Es werden lediglich die Akteure ausgetauscht. Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist: Wollen wir künftig, dass weiter die Nationalbanken unser Geld schaffen oder lieber Großkonzerne wie Amazon oder Facebook?“ Denn im Grunde könne jeder eine eigene Kryptowährung einführen, so wie es nun auch Länder wie Russland oder China vorhaben, denn jeder möchte im Spiel um Macht und Geld ganz vorne dabei sein. Um Bitcoin, Ether und wie sie alle heißen verstehen zu können, muss man sich die Technologie dahinter anschauen, die Blockchain.

Banken werden überflüssig

„Eine Blockchain ist im Kern einfach ein digitales Register“, erklärt Christoph Strnadl, CTO für die CEE-Region und Mitglied der globalen Blockchain Task Force der Software AG: „Die Software sammelt Transaktionen und fasst sie in Blöcken zusammen. Mit ihr soll größtmögliche Datensicherheit garantiert werden, denn sämtliche Informationen werden kryptographisch abgesichert bei den Teilnehmern gespeichert. Jeder dieser „Full Nodes“ – also jeder Nutzer, der sich aktiv an der Blockchain beteiligt – verwaltet eine Kopie der Datenbank und es wird so quasi unmöglich, die Daten zu manipulieren. Dadurch werden Kontrollinstanzen wie Banken eigentlich überflüssig. Im Unternehmenskontext setzt man Blockchain-Technologie vor allem dann ein, wenn Akteure, die einander nicht oder nur wenig vertrauen, sicheren Zugriff auf eine gemeinsame verbindliche Datenbasis benötigen.“

Blockchain für Unternehmensanwendungen

Wer braucht Blockchain also tatsächlich? Stephan Arnold, Senior Consultant und Blockchain-Experte bei Capgemini Deutschland: „Viele Anwendungen innerhalb von Unternehmen benötigen keine Blockchain, sondern „klassische“ Technologie. Für bestimmte Use Cases spielt die Blockchain ihre Vorteile aber voll aus: Nämlich in jenen, in denen Vertrauen in einem Netzwerk über Unternehmensgrenzen hinweg hergestellt werden muss – und das ohne teuren Intermediär.“ Laut Arnold ist daher die Auswahl der richtigen Anwendungen und Technologien entscheidend. Capgemini stellt seinen Kunden dazu unter anderem ein Evaluations-Tool zur Verfügung. Das Bitcoin-Protokoll ist dagegen für Unternehmen nicht geeignet: „Mächtigere Protokolle wie Ethereum werden den Anforderungen der Unternehmen nach Transparenz, Effizienz, Geschwindigkeit und Risikosteuerung deutlich besser gerecht, da sie Prozesse und Vertragslogik besser abbilden können.“

Nutzen der Technologie

Für Peter Weinelt, Vorstandsdirektor der Wiener Stadtwerke, geht die Diskussion ohnehin zu weit: „Die Debatte geht am richtigen Leben vorbei. Die Menschen müssen den Nutzen einer Technologie sehen, wie zum Beispiel bei der dezentralen Energieversorgung. Hier kann die Blockchain ein Mittel zum Zweck sein, da sie Kundenbeteiligung in jeder Form möglich macht.“

Im Bereich der Banken vermutet Isabella Mader, dass diese Kryptowährungen für sich als Versuchsfeld für eine bargeldlose Gesellschaft entdeckt haben: „Vielleicht springen deshalb gerade Banken-Konsortien auf den Zug auf und bereiten die Einführung von Kryptowährungen vor.“

Magdalena Isbrandt, Geschäftsführerin der Bit-Trust Store GmbH mit Sitz in Wien, sieht allerdings schon großes Interesse seitens der Bevölkerung: „Kryptowährungen sind hierzulande derzeit zwar noch Spekulationsobjekte, aber die Menschen – und hier vor allem junge Leute – sehen sie durchaus als Wertanlage. Für mich ist Bitcoin vor allem Freiheit vom System, da Zahlungsvorgänge nicht trackbar sind und auch keine Konten eingefroren werden können. Ähnlich wie Bargeld, nur schneller.“

Blockchain verändert Welt der Juristen

IFWK-Gründer Rudolf J. Melzer stellte als Schlussimpuls der Veranstaltung die Frage nach den betroffenen Geschäftsfeldern, sollte sich die Technologie der Blockchain durchsetzen. Darauf Arnold, Capgemini: „Auch wenn viele Fragen noch ungeklärt sind: Die Blockchain wird das Berufsbild der Rechtsabteilungen verändern. Aber ist die Blockchain dann gecodetes Papier, das parallel zu den klassischen Verträgen existiert oder wird der Blockchain-Code zum Vertrag? Denn wenn der Code Gesetz ist, sind Programmierfehler ebenfalls Gesetz. Unternehmen beginnen erst, die enormen Möglichkeiten von Smart Contracts zu verstehen.“

Gesetzliche Rahmenbedingungen fehlen noch

Aber auch ganz andere Berufsfelder werden betroffen sein, so Strnadl: „Die Zähler-Ableser der Stromanbieter werden aussterben. Denn wenn das ‚Smart Meter‘ ihrer Photovoltaikanlage auf dem Dach seine Protokolle automatisch in eine Blockchain stellt und sie als Eigentümer jederzeit darin Einsicht nehmen können, warum sollte dann noch jemand ablesen kommen?“

Fakt ist, dass es bei Blockchain und Co. noch an gesetzlichen Rahmenbedingungen fehlt. Und dass auch in Punkto Steuer noch einige Fragen offen sind. Die Experten rechnen aber bald mit Lösungen dafür. Ob das Licht ins Dunkel des Krypto-Dschungels allerdings wirklich bald kommt, ist fraglich, da täglich neues Cyber-Geld auf den Markt strömt. Die Technologie der Blockchain ist zwar durchaus reizvoll für viele, das gesamte Potential ist aber noch nicht wirklich klar.

Darknet

An der regen Podiumsdiskussion, bei der es zum Beispiel auch um die Bedeutung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel im Darknet ging, beteiligten sich unter anderem TTTech-Aufsichtsrat Leopold Bednar, der Vorstandsvorsitzende von Capgemini in Österreich, Bernd Bugelnig, und Professor Josef Herget vom Excellence Institute.

Beim anschließenden Networking wurden noch weitere Aspekte rund um das Thema besprochen. Mit dabei: Susanne Spath und Peter Drobil von der Österreichischen Marketinggesellschaft (ÖMG), Dieter Harreither, Partner bei Price Waterhouse Coopers, Simon El-Dib, Leiter der Strategie- & Managementberatung bei Capgemini Österreich, Martin Bartmann, Geschäftsführer bei Mercedes Wiesenthal, sowie Gerhard Schinhan vom ÖAMTC.

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